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ÖBB mit neuer Strategie bis 2010 eine der Top-Bahnen Europas

Mit Gesamtinvestitionen in Höhe von rund 10 Mrd. EUR startet der ÖBB-Konzern einen umfassenden Modernisierungs- und Innovationsschub. Ergänzt durch Personalentwicklungsmaßnahmen, einem optimierten Mitteleinsatz sowie Effizienzsteigerung und Kostensenkung werden die Zielvorgaben des Eigentümers umgesetzt. Damit markieren die ÖBB die Eckpunkte ihrer neuen strategischen Ausrichtung für die Jahre 2005-2010.

"Wir stehen am Beginn einer neuen Ära", so Martin Huber, Vorstandssprecher der ÖBB-Holding AG. Der neue ÖBB-Konzern, der mit Jahresbeginn 2005 seine operative Tätigkeit aufgenommen hat, unterzog sich in den letzten Monaten umfassenden Analysen. Jeder Bereich wurde intensiv durchleuchtet und auf Stärken und Schwächen hin überprüft. Optimierungspotenziale wurden ebenso wie die Marktentwicklungen und -tendenzen erhoben. Darauf aufbauend wurden die strategischen Maßnahmen bis 2010 erarbeitet. "Wir haben uns ambitionierte Ziele gesteckt", so Huber, "es wird enorme Kraftanstrengungen fordern, sie zu erreichen. Mit dem eingeschlagenen Weg sind wir sehr optimistisch, die Vorgaben des Eigentümers zu erreichen. Wir sind angetreten, um einen wettbewerbsfähigen, modernen und transparenten Konzern zu schaffen, der sich langfristig als eine der europäischen Top-Bahnen etabliert. Die neue strategische Ausrichtung ist dafür unsere Arbeitsgrundlage."

Begleitet wurde die Umstrukturierung der ÖBB und die Entwicklung der künftigen strategischen Ausrichtung intensiv vom Aufsichtsrat der ÖBB-Holding AG. Dazu der Vorsitzende des Aufsichtsrates, GD Wolfgang Reithofer: "Oberstes Ziel ist die Kundenorientierung. Zusätzlich wird der harte Konkurrenzkampf, dem sich die ÖBB sowohl im Personen- als auch im Güterverkehr in den nächsten Jahren zu stellen haben, zunehmend größer. Eine sinnvolle Organisationsstruktur, die nicht zuletzt die Zusammenarbeit der Absatz- und Infrastrukturgesellschaften optimiert, kann hier hilfreich zur Seite stehen. Letztlich wird es aber am Management des ÖBB-Konzerns liegen, die neue Strategie auch umzusetzen."

Wirtschaftlichkeit steht im Vordergrund

Der ÖBB-Konzern soll in den nächsten Jahren eine betriebswirtschaftlich orientierte Bahn mit zeitgemäßen Organisationsstrukturen werden. Dafür wird in den Aktiengesellschaften ein Modernitäts- und Innovationsschub, insbesondere im Bereich rollendes Material, IT und Telematik eingeleitet. Bis 2010 werden für diese Qualitätsoffensive insgesamt rund 10 Mrd. EUR investiert. Parallel dazu werden Kostensenkungen und Produktivitätssteigerung umgesetzt. Die strategischen Maßnahmen zielen auf Wachstum und damit nachhaltige und steigende Umsatzerlöse sowie Ergebnisverbesserungen in den Absatzbereichen ab.

Personenverkehr profitiert von neuer Struktur

Pro Kopf und Jahr werden in Österreich zirka 3.010 km mit Bus und Bahn zurückgelegt, das ist innerhalb der EU der Spitzenwert. Aufbauend auf diese Marktposition werden insbesondere im Personenverkehr umfangreiche Investitionen getätigt, um den harten Wettbewerb durch den Individualverkehr zu begegnen. "Unter dem neuen Management rückt der Personenverkehr ins Zentrum der Aufmerksamkeit," betont Huber.

Personennahverkehr muss bereits spürbare Verbesserungen weiter entwickeln

Der Personennahverkehr weist ein Gesamtvolumen von 161 Mio. Fahrgästen auf der Schiene und 244 Mio. Fahrgästen mit dem Bus auf. In Ostösterreich hat der ÖBB-Nahverkehr einen Pendleranteil von 30 % und ist damit der größte Nahverkehrsanbieter in dieser Region. Dies auch deshalb, weil das Nahverkehrsangebot der ÖBB im internationalen Vergleich gut ist. "Für uns aber nicht gut genug", so Huber, "in manchen Bereichen besteht Aufholbedarf." So muss ein bedarfsgerechter und an den Kundenbedürfnissen orientierter Fahrplan zwischen Bus und Schiene kurzfristig umgesetzt werden. Unter anderem wird dadurch eine Anschlusssicherung zwischen Schiene und Bus ermöglicht sowie unwirtschaftliche und kostenintensive Parallelverkehre vermieden. Für die Nebenbahnen wird bis 30. September ein umfassendes Konzept vorliegen.

Verdoppelung der Fahrgastzahlen in Zentraleuropa

Die strategischen Maßnahmen im Personenfernverkehr orientieren sich am extrem kompetitiven und wachsenden Markt. Derzeit werden im Fernverkehr rund 27 Mio. Fahrgäste befördert. "Die gewünschte Erhöhung der Passagierzahlen kann nur mit einer deutlich verstärkten Kundenorientierung, einer Investitionsoffensive und der Eroberung neuer Märkte erzielt werden", so Huber, der darauf hinweist, dass im Fernverkehr in den letzten Jahren "richtige Schritte in die richtige Richtung gesetzt wurden." Neben der Modernisierung des Wagenmaterials, in die jährlich im Schnitt rund 120 Mio. EUR investiert werden, und die ständig wachsende Zahl an neuen Taurus-Loks kann der Fernverkehr auch auf eine gut abgestimmte Produktgestaltung mit den Nachbarbahnen aufbauen.

Bis 2010 wird insbesondere im Zentraleuropäischen Raum eine Verdoppelung der Fahrgastzahlen angestrebt. Der Einsatz von modernstem Wagenmaterial im Premiumbereich, ein neues Servicekonzept und die Erschließung neuer Destinationen sind dafür Voraussetzung.

RCA: Offensive Wachstumsstrategie in Zentraleuropa

Trotz des schnellen Wachstums im Straßengüterverkehr und einem dadurch sinkenden Anteil des Schienengüterverkehrs gelang es der Rail Cargo Austria (RCA) bislang einen Marktanteil von 31 % am Gesamtgüterverkehr zu halten. Mit einem Gesamtaufkommenszuwachs von 52,6 % von 1993 bis 2004 liegt die RCA bei den absolut beförderten Tonnagen unter den Top-Cargo Bahnen in Europa auf Rang 4. Wesentlichen Anteil an dieser positiven Entwicklung hat auch die in den letzten Jahren begonnene Internationalisierung der RCA. "Gemeinsam mit dem Management der RCA haben wir bis 2010 als Ziel definiert, die Marktanteile im Heimmarkt und Westeuropa zu halten und in Zentraleuropa konsequent auszubauen," so Huber, "dafür werden massive Anstrengungen notwendig sein." Die RCA wird in den kommenden Jahren einen Fokus auf die Schaffung von Carrier-Allianzen und Beteiligungen in Zentraleuropa legen. Konkret ist geplant, die Option eines Einstiegs in der Slowakei, dessen Güterverkehr zum Verkauf ansteht, sehr genau anzusehen.

Liberalisierung als Herausforderung und Chance der ÖBB-Infrastruktur Betrieb AG

Im internationalen Vergleich weist die ÖBB durch die eisenbahntechnische Kompetenz der ÖBB-Infrastruktur Betrieb AG einen hohen Sicherheitslevel auf. Gerade in diesem Bereich werden ständige Verbesserungen vorgenommen. Eine verstärkte Zentralisierung und Automatisierung wird auch in Zukunft für Kunden Qualität auf höchstem Niveau bringen.

Die Herausforderungen der Zukunft bestehen in einem optimalen internationalen Fahrplanmanagement für die Hauptkorridore und in der Schaffung von diskriminierungsfreien Zugängen zum österreichischen Eisenbahnnetz für alle Eisenbahnverkehrsunternehmen. "Qualität, Sicherheit und Schnelligkeit stehen auch in Zukunft für das österreichische Eisenbahnnetz", so Huber, der darauf verweist, dass ein aktives Trassenmanagement und die Akquisition zusätzlicher Trassenkunden zu den Zielen der ÖBB-Infrastruktur Betrieb AG zählen.

Verstärkte Selbstfinanzierung der ÖBB-Infrastruktur Bau AG

Die nachhaltigsten strukturellen Veränderungen wurden durch die Schaffung der ÖBB-Infrastruktur Bau AG vorgenommen. Erstmals sind nun Planung, Bau, Finanzierung und Anlagenmanagement der gesamten Eisenbahninfrastruktur unter einem Dach zusammengefasst. Die dadurch gebündelte Planungs- und Projektmanagementkompetenz ermöglicht die Schaffung eines ganzheitlichen und transparenten Instrumentariums zur Bewertung und Priorisierung von Projekten. "Zudem führt diese neue Struktur auch zu einer Produktivitätssteigerung und Kostensenkung", so Huber, "nur so kann die Optimierung der eingesetzten Investitionsmittel erfolgen."

Die Umstellung der bisherigen automatischen Kostenabdeckung für Neuinvestitionen im Infrastrukturbereich auf Leistungsentgelte und Haftungszusagen des Bundes bedeutet auch, dass die ÖBB-Infrastruktur Bau AG in Hinkunft die Selbstfinanzierung verstärken wird. Neue Finanzierungsmodelle für Bauvorhaben oder etwa die Effizienzsteigerung bei Standardtransaktionen durch Errichtung von Shared Service Center sind dafür notwendig. Aus der optimalen Entwicklung und Verwertung der ÖBB-Immobilien werden zusätzliche positive Ergebnisbeiträge erwartet.

Qualifizierte und engagierte Mitarbeiter

"Die erarbeiteten strategischen Maßnahmen können umgesetzt und die Ziele erreicht werden, weil wir auf hoch qualifizierte und engagierte Mitarbeiter bauen können, die mit uns gemeinsam an der Zukunft der Bahn bauen", so Huber.

Um die ÖBB langfristig in der Top-Liga der europäischen Bahnen zu etablieren, werden in den nächsten Jahren mit umfassenden Personalentwicklungsmaßnahmen die Qualifikation von Mitarbeitern und das Anforderungsprofil des jeweiligen Arbeitsplatzes besser aufeinander abgestimmt. Personalrestrukturierungsmaßnahmen sind analog zur Entwicklung des Konzerns und entsprechend den Erfolgen aus der Umsetzung der Konzernstrategie zu erwarten. Einen wesentlichen Beitrag sieht das Management in der Optimierung der Personalkosten, etwa durch Überstunden- oder Urlaubsabbau sowie der Vereinfachung und Flexibilisierung der Rahmenbedingungen.

"Mit der vorliegenden Konzernstrategie, die wir laufend in allen Teilbereichen auf den Stand der Umsetzung überprüfen, anpassen und verbessern werden, werden wir uns eine sehr gute Position in Europa sichern", so Huber, "und die Voraussetzungen dafür schaffen, diese nachhaltig und langfristig abzusichern."

Pressmeldung der ÖBB.


URL: Homepage der Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB)
Meldung vom 29.04.2005

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