Werbung
modellbahn-portal
eisenbahn-webkatalog
eisenbahn-termine
 


Login








Registrieren
Passwort vergessen?


Werbung

Themen

Service





Bahn-Bilanz 2003: ÖBB erwirtschaften solides Ergebnis

Die ÖBB haben sich im abgelaufenen Geschäftsjahr 2003 gut behauptet und ein solides Ergebnis erwirtschaftet. Bei einem Umsatz von 2,1 Mrd. EUR wurde ein über Plan liegendes Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit (EGT) von 100 Mio. EUR (nach 125. Mio. EUR im Jahr zuvor) erzielt.Im Personenverkehr wurden 278 Mio. Fahrgäste befördert. Das Vorjahresniveau konnte damit - unter Berücksichtigung des Streiks - erreicht werden. Die beförderte Tonnage im Güterverkehr lag mit rund 87 Mio. Tonnen ebenfalls auf Vorjahresniveau, wobei die Tonnenkilometer um 1,2 Prozent auf 17,8 Mrd. stiegen. Einen großen Erfolg verbuchen die ÖBB im Unternehmensbereich Infrastruktur, wo durch Effizienzsteigerungen und Erhöhung der Produktivität für Instandhaltung und Betrieb mit rund 1,1 Mrd. EUR um 9,9 Prozent, das sind 121 Mio. EUR, weniger ausgegeben wurde als ursprünglich genehmigt. „Obwohl die konjunkturelle Großwetterlage, die Diskussionen um unser Unternehmen im Vorjahr und die Streiktage nicht von Vorteil waren, haben wir letztlich ein besseres Ergebnis eingefahren als budgetiert“, so ÖBB Generaldirektor Rüdiger vorm Walde.

Schienenmaut um 21 Mio. EUR gestiegen
„Wir haben bei gleich bleibenden Zugkilometern von rund 131,5 Mio. km im Vergleich zum Vorjahr 2002 ein um 21 Mio. EUR höheres Infrastrukturbenützungs-Entgelt, die so genannte Schienenmaut, an den Bund bezahlt. Dies hat sich naturgemäß im EGT entsprechend niedergeschlagen“, kommentierte Rüdiger vorm Walde das Ergebnis. Insgesamt zahlten die ÖBB 334 Mio. EUR Schienenmaut, das entspricht einer Erhöhung von 6,5 Prozent gegenüber 2002.

Kundenoffensiven zeigen Wirkung
Die ÖBB haben zahlreiche Maßnahmen zur Verbesserung der Angebotsqualität gesetzt, die einen entscheidenden Beitrag zum soliden Jahresergebnis geleistet haben. Im Personenverkehr geschah dies durch neue Zugangebote in die benachbarten EU-Beitrittsstaaten im Rahmen des Osteuropa-Schwerpunktes, die Fortsetzung der Qualitätsoffensive bei den Nah- und Fernreisezügen sowie durch Sondertarife im Fernverkehr. Damit konnten – berücksichtigt man die streikbedingten Ausfälle – die Fahrgastzahlen des Vorjahres gehalten werden.

Weitere Meilensteine 2003 waren die Fortsetzung der Bahnhofsoffensive (11+9 Bahnhöfe werden neu), verkürzte Reisezeiten sowie der Kauf der Postbus AG, mit dem die Basis für künftig optimal abgestimmte Fahrpläne im Nahverkehr gelegt wurde. „Unser Ziel ist es, unseren Kunden komfortable, sichere und schnelle Mobilität zu bieten. Mit den 2003 gesetzten Maßnahmen konnten wir unsere Dienstleistungsqualität für unsere Kunden weiter steigern“, so Vorstandsdirektor Ferdinand Schmidt.

Stabiler Güterverkehr trotz Konjunkturflaute
Auch im Güterverkehr konnten sich die ÖBB im Vorjahr erfolgreich behaupten. „Rail Cargo Austria hat mit der Einführung maßgeschneiderter Logistikpakete für bestimmte Branchen wie Chemie, Holz, Agrar- und Baustoffe oder Papier unsere Kompetenz und Zuverlässigkeit unter Beweis gestellt“, sagte Schmidt. Als Beispiele nannte er den Transportauftrag für die Fertigung des neuen BMW-X3 bei Magna-Steyr in Graz und einen umfassenden Transportauftrag für den VW-Konzern zum Werk Bratislava („Touareg-Express“). Durch eine Vielzahl von Maßnahmen konnten die ÖBB ihre Marktposition im internationalen Güterverkehr mit einem Plus von 1,1 Prozent auf 65,7 Mio. Tonnen sehr gut behaupten. Mit einer Gesamttonnage von 87 Mio. Tonnen liegt Rail Cargo Austria auf Vorjahresniveau. Bei den Tonnenkilometern konnte eine Steigerung von 1,2% auf insgesamt 17,8 Mrd. erzielt werden.

Ein wesentlicher Meilenstein war 2003 die Eröffnung der Logistikplattform „Santo Stino“ in Norditalien. Mit dieser innovativen Partnerschaft der ÖBB mit einem internationalen Logistikunternehmen sollen die Marktanteile im Nord-Südverkehr weiter abgesichert und ausgebaut werden. „Santo Stino“ ist zudem ein weiterer Schritt der ÖBB in Richtung eines ganzheitlichen Transport- und Logistikunternehmens.

Internes Kostenmanagement greift
Die vom Vorstand initiierten Maßnahmen zur Kostenoptimierung greifen. Die Personalkosten wurden im Vorjahr trotz einer Gehaltsrunde mit 2,1 Prozent Erhöhung ab 1.1. 2003 um 14 Mio. EUR gesenkt. Der Gesamtpersonalstand im Jahresdurchschnitt wurde um 2,7 Prozent auf 47.503 Mitarbeiter reduziert. „Die Pro-Kopf-Produktivität wurde, gemessen in Einheitskilometer je Mitarbeiter, um rund 3 Prozent verbessert. Dies ist ein beachtlicher Erfolg“, sagte Finanzvorstand Erich Söllinger.

Beim Beitrag des Bundes zur Infrastruktur (§ 2 BBG) erfolgte durch Effizienzsteigerungen eine Reduktion um 87 Mio. EUR auf 1,1 Mrd. EUR im Vergleich zum Vorjahr. Zudem erhält der Eigentümer Bund für 2003 ein um 21 Mio. EUR auf 334 Mio. EUR erhöhtes Schienenbenutzungsentgelt. „Die Einsparungen für den Bund bzw. die zusätzlichen Zahlungen der ÖBB an den Bund betragen somit insgesamt rund 108 Mio. EUR“, unterstrich der ÖBB-Finanzvorstand.

Infrastruktur: hohe Sicherheitsstandards – weitere Attraktivierungsschritte
Auch im Unternehmensbereich Infrastruktur brachte das Geschäftsjahr 2003 deutliche operative Verbesserungen. Durch entsprechende Maßnahmen auf der West- und Südbahn gelang es, die Fahrzeiten für den Personenverkehr weiter zu attraktivieren. Erhebliche Aufwendungen wurden für die weitere Modernisierung der Signaltechnik getätigt. Auf der Strecke Wien-Nickelsdorf wurde der Testbetrieb für das European Train Control System (ETCS) gestartet. „Mit der Inbetriebnahme dieser Teststrecke für eine noch effizientere Nutzung der Schienenwege haben wir auch europaweit die Nase vorne“, so Infrastruktur-Vorstand Alfred Zimmermann: „Unser Ziel ist höchste Sicherheit bei steigender Zugfolge“.

Das Maßnahmenpaket Sicherheit hat bereits voll gegriffen. Die Anzahl der Unfälle konnte 2003 um 35% und die Schadenskosten um 52% gesenkt werden. „Der wesentlichste Erfolgsfaktor dabei ist der Mensch“, betont Zimmermann: „Der Erfolg hängt maßgeblich vom Beitrag jedes einzelnen Mitarbeiters ab. Deshalb haben wir ein eigenes Programm gestartet, das alle Mitarbeiter motiviert, Verbesserungsvorschläge zu entwickeln und umzusetzen.“ Das Ergebnis 2003 ist beeindruckend. Die Anzahl der eingereichten und umgesetzten Verbesserungsvorschläge stieg deutlich an.

Zukunftsprogramm POWER 2005 steigert Effizienz und Qualität
„Im Rahmen unseres Projekts Power 2005 haben wir im Vorjahr bereits über zwei Drittel aller Effizienzsteigerungsmaßnahmen in Angriff genommen. Mit Power 2005 bin ich angetreten, um aus den ÖBB eine wirtschaftlich erfolgreiche und kundenorientierte Bahn zu gestalten. Wir erwarten uns davon langfristig Beiträge zur Ergebnisverbesserung mit einem Potenzial von 290 Mio. EUR“, so Generaldirektor vorm Walde. Im Bilanzjahr 2003 konnten davon bereits 36 Mio. EUR realisiert werden.

Die ÖBB werden 2004 ihre Offensive für die Fahrgäste im Personenverkehr konsequent vorantreiben: So werden beispielsweise in Kooperation mit Nachbarbahnen die internationalen Angebote weiter attraktiviert. Im Nahverkehr werden vor allem Verbesserungen im Busbereich umgesetzt. Zudem setzen die ÖBB im Nahverkehr auf neue Triebfahrzeuge und eine stärkere regionale Ergebnisverantwortung auf Länderebene an.

Im Güterverkehr sind die flächendeckende Ausweitung der Kundenservicecenter, die Errichtung eines internet-basierenden Kundeninformationssystems, die Ausweitung der Züge Richtung Osteuropa sowie des Netzes der Speditionsholding in Richtung Türkei, Griechenland, Russland einige der diesjährigen Schwerpunkte.

ÖBB-Reform läuft nach Plan
Das laufende Geschäftsjahr 2004 wird für die ÖBB nach Beschluss des Bundesbahnstrukturgesetzes im Parlament ein weiteres Schlüsseljahr werden. Die Gliederung der ÖBB in fünf Leitgesellschaften unter dem Dach einer strategischen Holding wird bis Jahresende realisiert sein. Mit der Umsetzung der Reform liegen die ÖBB voll im Zeitplan. Am 20. April 2004 hatte der Aufsichtsrat der neuen „Österreichische Bundesbahnen-Holding Aktiengesellschaft“ seine konstituierende Sitzung abgehalten. Neben einer eingehenden Diskussion der Reformschritte für die neue ÖBB-Struktur hat der Aufsichtsrat auch den Vorstand bestellt.

„Die Reform bringt kürzere Entscheidungswege und mehr Ergebnisverantwortung“, ist Generaldirektor Rüdiger vorm Walde überzeugt. Als weitere Vorteile nannte er die bessere Nutzung von Marktchancen, eine erhöhte Transparenz und damit Steuerbarkeit des Unternehmens sowie als eines der wichtigsten Ziele eine massive, langfristige Kostenoptimierung.

Den aktuellen Geschäftsbericht der ÖBB für das Jahr 2003 finden Sie hier.

Pressemeldung der ÖBB.


URL: Homepage der Österreichische Bundesbahn (ÖBB)
Meldung vom 22.06.2004

Weitere Meldungen




Weitere Meldungen:


Gefunden beim Eisenbahn-Webkatalog.
http://www.eisenbahn-webkatalog.de