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Erster GYSEV-FLIRT für Ungarn

Im ungarischen Sopron wurde heute der erste FLIRT (Flinker Leichter Innovativer Regional Triebzug) für die Österreichisch-Ungarische Bahngesellschaft GYSEV Zrt. vorgestellt. Zoltán Dunai, der zuständige Länderverantwortliche von Stadler, übergab das neue Fahrzeug im Beisein von Zsuzsa Németh, ungarische Ministerin für nationale Entwicklung, Ilona Dávid, Vorstandsvorsitzende der GYSEV, und Szilárd Kövesdi, CEO der GYSEV.

Die Bahngesellschaft kann bereits zwei Triebzüge der künftig aus vier FLIRTs bestehenden Flotte zum Einsatz bringen, da Stadler zeitgleich mit dem offiziell übergebenen Zug auch das zweite Fahrzeug geliefert hat. Beide Fahrzeuge verfügen über die erforderlichen behördlichen Genehmigungen, sodass sie schon zum Fahrplanwechsel der GYSEV vom 15. Dezember den kommerziellen Betrieb auf der Linie Sopron–Szombathely–Szentgotthárd aufnehmen können. Möglich macht dies die frühzeitige Lieferung von Stadler – insgesamt 60 Tage vor dem vereinbarten Liefertermin.

Die ersten beiden Züge sind Teil der aus insgesamt vier FLIRTs bestehenden Flotte, deren Lieferung im April 2012 zwischen der GYSEV und Stadler vertraglich vereinbart wurde. Die Beschaffung des neuen Rollmaterials durch die GYSEV erfolgte im Rahmen des Sanierungsprojekts für die Eisenbahnlinie Sopron–Szombathely–Szentgotthárd, das neben den neuen Zügen auch Sanierungsmassnahmen an der Strecke Sopron–Szombathely sowie die komplette Modernisierung der Linie Szombathely–Szentgotthárd umfasste. Damit erneuerte die GYSEV die Gleisanlagen auf einer Länge von insgesamt 110 Kilometern, und in der Folge konnte die Höchstgeschwindigkeit auf 120 km/h angehoben werden. Der Gesamtwert des Projekts beläuft sich auf 49,8 Milliarden ungarische Forint, wovon 42,3 Milliarden aus Mitteln der Europäischen Union stammen. Der Kaufpreis der vier Züge beträgt rund 20 Millionen Euro.

Die Inbetriebsetzung der neuen Züge erfolgte durch die ungarischen Mitarbeitenden von Stadler im Wartungszentrum des Unternehmens in Pusztaszabolcs. Während des Inbetriebsetzungsprozesses arbeiteten die Fachspezialisten von Stadler eng mit den ungarischen Verkehrsbehörden zusammen: Die üblichen technischen Prüfungen und Abnahmetests wurden auf der Eisenbahnlinie Gyor–Hegyeshalom durchgeführt, auf der Geschwindigkeitsprüfungen mit 160 km/h möglich sind. Die ersten beiden FLIRTs für die GYSEV bestanden alle Prüfungen mit Bravour, sodass die Behörde die für den kommerziellen Betrieb erforderliche Genehmigung erteilen konnte. Aufgrund der Baugleichheit der GYSEV-FLIRTs mit jenen, die Stadler für die Ungarische Staatsbahn gefertigt hat, war eine Zulassung für die Fahrzeuge in diesem Fall nicht erforderlich. Gemäss Vertrag hätte Stadler den ersten Zug erst Ende Dezember und den zweiten erst Ende Januar liefern müssen, doch wie schon beim MÁV-Projekt lieferte Stadler deutlich früher, kumuliert 60 Tage vor dem eigentlichen Liefertermin. Die Wagenkästen wurden im ungarischen Stadler-Werk in Szolnok gefertigt, die Endmontage erfolgte hingegen im polnischen Siedlce.

Die Niederflur-Einspannungsregionalzüge mit einer Höchstgeschwindigkeit von 160 km/h verfügen über 211 Sitz- und 164 Stehplätze. Die hochmoderne Ausstattung der GYSEV-FLIRTs umfasst neben einem Fahrgastinformationssystem, einer Klimaanlage, Mehrzweckbereichen für den Fahrradtransport und Behinderten-WCs auch eine kostenlose Wi-Fi-Internetverbindung sowie Steckdosen zum Aufladen von Mobiltelefonen und Laptops. Bei einer Bahnsteighöhe von 55 cm ist der direkte, stufenlose Einstieg in den Zug möglich.

Die Schienenfahrzeuge weisen eine beeindruckend hohe Beschleunigungsleistung von 1,2 m/s2 auf. Damit können die Züge Verspätungen von bis zu 10 Minuten aufholen – ein gewaltiger Vorteil im Hinblick auf die Fahrplantreue, denn ausser den FLIRTs, die bei MÁV im Einsatz sind, kann kein anderer Zug in Ungarn mit dieser Anfahrbeschleunigung aufwarten. Der voll besetzte Zug kann innert 28 Sekunden auf 100 km/h beschleunigen. Für das Abbremsen bis zum Stillstand von einer Geschwindigkeit von 120 km/h reicht die Betriebsbremse aus; auf den Einsatz der Luftbremse kann verzichtet werden. Darüber hinaus wandelt der Triebzug die gespeicherte Bewegungsenergie in elektrischen Strom um, der nahezu vollständig in die Fahrleitung zurückgespeist werden kann.

Der FLIRT ist das höchstentwickelte und erfolgreichste Modell seiner Klasse – weltweit konnte Stadler 940 Exemplare davon verkaufen. Von der Beliebtheit dieses Zuges zeugt auch die Tatsache, dass Stadler den FLIRT in 14 verschiedene Länder verkaufen konnte: Ausser in Ungarn ist er in der Schweiz, Deutschland, Österreich, Frankreich, Italien, Algerien, Polen, der Tschechischen Republik, Finnland, Schweden, Norwegen, Estland, Serbien und Weissrussland unterwegs oder wird dies in naher Zukunft sein.

Pressemeldung der Stadler Rail Group.


URL: Homepage Stadler Rail Group
Meldung vom 06.12.2013

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