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Rail Cargo Austria setzt weitere Optimierungsschritte

Im heutigen a.o. Aufsichtsrat der Rail Cargo Austria AG (RCA) wurden notwendige Optimierungsmaßnahmen für die Güterverkehrssparte der ÖBB beauftragt. Die rückläufige Konjunktur macht eine weitere Anpassung unwirtschaftlicher Strukturen notwendig, um die Substanz des Unternehmens nachhaltig zu sichern und den hohen Schienenanteil am österreichischen Güterverkehr zu halten. Dazu zählen die wirtschaftlich erforderlichen Angebotsanpassungen beim intermodalen Netzwerk NINA und der Rollenden Landstraße (ROLA) sowie die moderate Reduktion von schwach ausgelasteten Bedienstellen in Österreich.

Weiters wird es bis Ende 2012 eine weitere Reduktion des Mitarbeiterstandes um rund 100 MitarbeiterInnen geben. Auch eine weitere Optimierung des Geschäftsfeldes "Kontraktlogistik" stand auf der Agenda, eine Entscheidung über eine mögliche Kooperation ist für Dezember vorgesehen. Mit diesen Maßnahmen bleibt der Markanteil Schiene am Güterverkehrsaufkommen stabil über 30 %. Damit ist die führende Position Österreichs beim Modalsplit in Europa abgesichert.

Die bereits 2010 eingeleiteten Restrukturierungsmaßnahmen von RCA haben sich besser als geplant entwickelt. Bereits 2011 hat RCA erstmals wieder operativ positiv abgeschlossen. Das Management erwartet weitere Ergebnisverbesserungen für das Jahresergebnis 2012. Im gesamten Unternehmen wurden umfassende Kostensenkungsprogramme umgesetzt, die sowohl produktions- als auch produktivitätsseitig Erfolge zeigen. Der deutliche Konjunkturrückgang wirkt sich derzeit massiv bei allen europäischen Güterverkehrsbahnen aus. Unter diesen schwierigen Rahmenbedingungen wurden in den letzten Monaten weitere umfassende Analysen von einzelnen Geschäftsbereichen auf ihre Kostendeckung notwendig. Die heute beschlossenen Maßnahmen sind entscheidend, damit RCA langfristig ihre Kapitalkosten verdient und in der Folge Impairment vermeidet.

Die Maßnahmen im Überblick

RCA Bedienstellen: Moderate Anpassung in der Fläche von 461 auf 420

RCA hat österreichweit insgesamt rund 140 Bedienstellen einer betriebswirtschaftlichen Analyse unterzogen, das heißt schwach ausgelastete Verladestellen ohne Kostendeckung mit sehr geringem täglichen Wagenaufkommen. Mit betroffenen Kunden wurden Gespräche über individuelle Lösungen, z. B. neue Produktionskonzepte und Preiserhöhungen, geführt. Ziel war eine marktkonforme Aufrechterhaltung der Flächenbedienung unter Berücksichtigung aller Kostenaspekte. Der RCA Aufsichtsrat hat aufgrund der Analyseergebnisse beschlossen, insgesamt 41 Verladestellen in einem gestaffelten Zeitrahmen, spätestens bis Ende März, nicht mehr zu bedienen. Österreich behält im europäischen Vergleich mit insgesamt 584 Bedienstellen (inkl. private EVU) trotzdem nach wie vor eines der dichtesten Bedienraster. Zum Vergleich: Italien und Frankreich haben in den letzten Jahren die Anzahl der Bedienstellen um fast 90 % gekürzt. Auch die Schweizer Bundesbahnen haben im heurigen Jahr ihr Bediennetz um 128 Verladestellen reduziert.

Bei allen betroffenen Bedienstellen bleibt die Infrastruktur erhalten, eine Folgenutzung z. B. durch regionale Initiativen ist somit möglich. Auch RCA könnte bei entsprechenden Mengensteigerungen die Bedienstellen wieder anfahren.

Der RCA Vorstand wurde beauftragt, ein Restrukturierungskonzept zu erarbeiten, um den Erhalt der restlichen bereits analysierten Bedienstellen sicherzustellen. Eine Schließung dieser rund 100 ist somit nicht vorgesehen.

Die Verlagerung von LKW auf die Straße durch die Bedienstellenrasteroptimierung beträgt für ganz Österreich rund 94 LKW pro Tag, bei rund 886.000 österreichweiten LKW-Fahrten pro Werktag. Das entspricht einem zusätzlichen LKW pro 9.400. (Quelle Gesamtleistung: Asfinag 2012)

Kostenreduktion bei der ROLA – vier Relationen bleiben im Angebot

Bei der ROLA kam es in Folge der Aufhebung des sektoralen Fahrverbots durch den EuGH und die schwere Wirtschaftskrise in Italien und Süd-Ost-Europa zu einem erheblichen Nachfragerückgang. Um den Mitteleinsatz bei der ROLA bestmöglich zu bündeln werden statt bisher sechs zukünftig vier tägliche Relationen angeboten. Auf der Brennerachse wird die Verbindung von Regensburg nach Trento ab Fahrplanwechsel mit täglich 3 Zugpaaren nicht mehr bedient. Zudem werden die zwei Zugpaare der Strecke von Wels nach Szeged in Ungarn ebenfalls eingestellt. Insgesamt stehen somit ab Fahrplanwechsel mit den Verbindungen Wörgl - Trento, Wörgl - Brennersee, Wels - Maribor und Salzburg - Triest weiterhin vier Relationen zur Verfügung. Steigt die Nachfrage, können weitere Zugpaare auf diesen Relationen zum Einsatz gebracht werden. Das LKW-Aufkommen sollte sich in Grenzen halten, da ROLA-Nutzer jene sind, die keine Durchfahrtsgenehmigung erhalten haben. Mangels dieser Genehmigungen kann es daher keine wesentliche Mehrbelastung auf österreichischen Straßen geben.

Intermodaler Verkehr: Systemvorteile Bahn bei schweren Gütern über lange Strecken

Rail Cargo Austria hat nationale Containerverkehre auf der Bahn seit April 2011 schwerpunktmäßig im Shuttlesystem NINA befördert. Die betriebswirtschaftliche Analyse hat sowohl eine rückläufige Mengenauslastung als auch eine deutliche Kostenunterdeckung ergeben. Die System- und Kostenvorteile der Bahn greifen nur bei langen Distanzen wie z. B: auf der Ost-West-Verbindung "Wien Nordwest - Wels - Bludenz - Wolfurt", die auch in Zukunft fortgeführt wird. Die Relationen Wien Nordwest - Villach via Wien Freudenau, Wels, Salzburg sowie Wels - Graz via St. Michael und Kapfenberg werden zum Fahrplanwechsel am 09.12.2012 eingestellt. Mit den betroffenen RCA Kunden, die ab Fahrplanwechsel das Basisnetz nutzen können, in dem es etwas längere Transportzeiten gibt, wird aktuell über alternative Transportmöglichkeiten gesprochen.

Arbeitskräftereduktion bis Ende 2012 um 100 MitarbeiterInnen

Die aktuellen Restrukturierungsmaßnahmen von RCA betreffen nicht nur Kunden, auch intern müssen weitere Schritte gesetzt werden, um produktiver im Wettbewerb bestehen zu können. Bis Ende 2012 werden rund 100 MitarbeiterInnen abgebaut, vorwiegend durch Kündigungen. Gemeinsam mit dem Betriebsrat wurde ein Abfertigungsmodell für die Betroffenen entwickelt, um diese Maßnahmen sozial verträglich und einvernehmlich zu gestalten. Von den 100 MitarbeiterInnen sind 10 Leasingkräfte, 20 haben das Unternehmen auf eigenen Wunsch bereits verlassen, die restlichen 70 werden in den nächsten Tagen im Frühwarnsystem des AMS angemeldet.

Senkung Instandhaltungskosten von Güterwagen

In enger Abstimmung mit dem Betriebsrat der ÖBB-Technischen Services GmbH und mit Zustimmung der Personalvertreter wurde beschlossen, dass ab 2013 die Anzahl der in Österreich durchgeführten Güterwagenrevisionen von 1.100 pro Jahr auf 700 reduziert wird. Das restliche Drittel der Revisionen wird nunmehr schwerpunktmäßig in ungarischen und slowakischen Tochtergesellschaften durchgeführt. Bedarfsausbesserungen werden derzeit in 8 österreichischen Güterwagenservicestellen durchgeführt, zukünftig werden diese Aktivitäten in 5 Standorten gebündelt. Daraus resultieren signifikante Personalproduktivitätssteigerungen und eine Ergebnisverbesserung im einstelligen Millionenbereich. Konzernweit führt der Teilkonzern RCA rund 3.300 Güterwagenrevisionen pro Jahr durch.

Betroffene Bedienstellen in den Bundesländern im Überblick

Kärnten: 5 von gesamt 41

Steiermark: 6 von gesamt 62

Oberösterreich: 6 von gesamt 78

Niederösterreich: 7 von gesamt 146

Burgenland: 10 von gesamt 14

Tirol: 4 von gesamt 37

Wien: 3 von gesamt 26

Pressemeldung der


URL: Homepage der Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB)
Meldung vom 30.10.2012

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