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München: Herstellerfirma Stadler wegen Serienschaden bei Variobahn in der Pflicht

Münchner Variobahn © Michael Grießmayr Die endgültige Zulassung der neuen Tramzüge vom Typ Variobahn ist weiterhin unbestimmt (derzeit sind die Züge auf Basis einer Gestattung zur vorläufigen Inbetriebnahme im Einsatz). Zwar hat die MVG zwischenzeitlich alle Auflagen der Technischen Aufsichtsbehörde (TAB) zur Erlangung einer unbefristeten Genehmigung abgearbeitet. Nun aber steht ein in den letzten Tagen aufgetretener Serienschaden an den Rädern der Züge der endgültigen Zulassung durch die Aufsichtsbehörde im Wege. Auch die weitere Verlängerung der vorläufigen Zulassung hat die TAB davon abhängig gemacht, dass die Herstellerfirma Stadler umgehend entsprechend belastbare Nachweise zur Sicherheit der fraglichen Teile vorlegt. Dies hat die Firma Stadler zugesagt.

Bei den schadhaften Bauteilen handelt es sich um Gummikörper, die zwischen Radreifen und Radscheibe eingesetzt sind und neuerdings bei einigen Rädern Risse aufweisen. Die Ursache für die Rissbildung ist derzeit nach Angaben des Herstellers Stadler noch unklar. Der MVG ist zwischenzeitlich bekannt, dass ähnliche Schäden auch bei mindestens zwei weiteren Variobahn-Betrieben aufgetreten sind; ob und welcher Zusammenhang besteht, wird derzeit ebenfalls vom Hersteller bzw. seinen Unterlieferanten untersucht.

Die Beseitigung der Schäden ist Aufgabe des Fahrzeugherstellers Stadler-Pankow. Die Züge befinden sich weiterhin bis zur abschließenden, unbefristeten Zulassung im Besitz des Berliner Unternehmens. Dieses ist deshalb auch in der Verantwortung für die Behebung des Problems. Mangels eigener Ressourcen hat Stadler jedoch SWM/MVG mit der Reparatur beauftragt.
Der Austausch der schadhaften Gummikörper in den Werkstätten der Tram hat bereits begonnen, wird sich aber über mehrere Wochen ziehen. Er ist zeitaufwändig, weil die Räder – je nach Lage – teilweise samt Motoreinheiten ausgebaut, ggf. von den Motoreinheiten abgepresst und auseinandergenommen werden müssen. Bei jedem einzelnen Rad ist der Radreifen von der Radscheibe zu pressen, damit die dazwischen liegenden Gummikörper freigelegt und ersetzt werden können. Anschließend ist der gesamte Prozess in umgekehrter Reihenfolge erforderlich, um die Räder zu komplettieren und am Fahrzeug zu montieren.

Bisher sind 9 von 11 bislang einsatzfähigen Variobahn-Zügen von dem Serienschaden betroffen; drei davon wurden bereits repariert. Dennoch kann es im Zweifelsfall zu einzelnen Wagenausfällen im Linienbetrieb kommen, wenn – z. B. durch Unfallschäden – ggf. weitere Tramzüge bis zu ihrer Reparatur vorübergehend nicht zur Verfügung stehen. In einem solchen Fall wird die MVG die ausfallenden Züge soweit wie möglich durch Busse ersetzen. Heute morgen war dies bei einem Zug der Linie 21 der Fall.

Nachdem die Ursache für den Serienschaden, damit dessen endgültiges Ausmaß und die Konsequenzen für die Zulassung derzeit unbekannt sind, muss die MVG zu ihrem großen Bedauern die für Frühjahr angekündigten Taktverdichtungen auf den Linien 15/25 und 27 weiter verschieben.
MVG-Chef Herbert König: „Wir sind bestürzt, dass es bei nagelneuen Zügen der Firma Stadler bereits Schäden gibt, die uns dazu zwingen, teure Fahrzeuge vorübergehend aus dem Trambetrieb zu nehmen – und auch weiter auf deren endgültige Zulassung zu warten. Und wir fragen uns natürlich, wo die Ursache für den offenbar nicht zum ersten Mal auftretenden Schaden liegt. Stadler steht in der Pflicht, schnellstmöglich Antworten zu liefern und gegenüber der Aufsichtsbehörde und uns die geforderten Nachweise zur Schadensursache und den hieraus zu ziehenden Konsequenzen zu liefern. Im Interesse unserer Kunden können wir keinerlei weitere Verzögerung hinnehmen. Dies haben wir heute in einem kurzfristig anberaumten Termin hier in München der Geschäftsleitung der Fa. Stadler deutlich gemacht.“

MVG-Betriebsleiter Michael Richarz: „Die reparierten Räder werden laufend kontrolliert. Sollte sich in den nächsten Tagen ergeben, dass auch die vom Hersteller gelieferten neuen Gummikörper, die wir im Auftrag von Stadler derzeit einbauen, im Betrieb wieder Beschädigungen erhalten, werden wir nicht zögern, die Fahrzeuge unsererseits dann so lange außer Betrieb zu nehmen, bis die Firma Stadler das Problem dauerhaft gelöst hat.“

Pressemeldung der MVG - U-Bahn, Bus und Tram für München


URL: Homepage MVG - U-Bahn, Bus und Tram für München
Meldung vom 26.03.2012

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