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Aufgabenträger begrüßen mehr Transparenz bei der Deutschen Bahn AG

Die Bundesarbeitsgemeinschaft Schienenpersonennahverkehr, der Dachverband der Besteller des Nahverkehrs in Deutschland, begrüßt die neue Offenheit der DB AG bei dem Umgang mit den Verspätungen ihrer Züge. Die Organisatoren des SPNV kritisieren jedoch, dass das Unternehmen „externe Einflüsse“ benennt und damit von internen Problemen ablenkt.

So ist der Netzinfrastrukturbetreiber der DB AG nicht bereit, den Verkehrsunternehmen für Störungen und Qualitätsmängel ihrer Gleisanlagen und Stationen eine angemessene Entschädigung zu zahlen. Derzeit erhält ein Verkehrsunternehmen für eine im Einflussbereich der DB Netz AG liegende Verspätung ein Verspätungsentgelt von 10 Cent pro Minute. Dieses Entgelt deckt weder die Mehrkosten eines Verkehrsunternehmens für die Entschädigung der Fahrgäste und den längeren Einsatz von Triebfahrzeugführern, noch gibt es dem Infrastrukturbetreiber einen wirksamen Anreiz, Verspätungsursachen zu beseitigen. Angesichts von jährlich 16 Millionen durch die DB Netz AG verursachten Verspätungsminuten wäre ein höheres Anreizentgelt aber dringend erforderlich.

Nicht nachvollziehbar ist auch, dass die Information der Fahrgäste im Störungsfall regelmäßig zu kurz kommt. Tatsächlich hat der Stationsinfrastrukturbetreiber der DB in den letzten zwei Jahren 1700 Stationen mit elektronischen Fließtextanzeigern ausgerüstet, die grundsätzlich als Fortschritt zu werten sind. Doch gerade bei größeren Störungen versagt das System, da Informationen nur automatisiert übernommen, d.h. nicht von Hand eingegeben werden können. So werden nur Verspätungen angezeigt, Informationen, wenn zum Beispiel Schienenersatzverkehr genutzt werden muss, können nicht übermittelt werden. Auch werden Informationen zu nicht-DB-Unternehmen teilweise nicht angezeigt. Leider haben die DB Netz AG und die DB Station&Service AG in den letzten Jahren ihr Personal an den Stationen systematisch reduziert, so dass vielerorts kein Ansprechpartner für die Fahrgäste vor Ort mehr vorhanden ist. Die Rationalisierungseffekte haben beide monopolistischen Infrastrukturbetreiber nicht an die Verkehrsunternehmen weiter gegeben und steuern weiterhin einen Großteil zum Konzerngewinn der DB AG bei.

Bernhard Wewers, Präsident der BAG-SPNV: „Es ist gut, dass die DB AG offener mit Ihren Verspätungen umgeht. Wichtig ist es aber, nicht nur das Wetter verantwortlich zu machen sondern auch im Unternehmen selbst zu analysieren, was im Sinne der Fahrgäste optimiert werden muss."

Pressemeldung der Bundesarbeitsgemeinschaft der Aufgabenträger des SPNV (BAG-SPNV).


URL: Homepage Bundesarbeitsgemeinschaft der Aufgabenträger des SPNV (BAG-SPNV)
Meldung vom 20.09.2011

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