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ÖBB: Die Zukunft auf Schiene bringen - Breitspurbahn bis Wien möglich

Heute unterzeichneten der Präsident der Russischen Eisenbahnen AG (RZD), Wladimir Jakunin, und der Vorstandsvorsitzende der ÖBB-Holding AG, Christian Kern, in Moskau einen Vertrag, der die gute Zusammenarbeit der ÖBB mit den russischen Staatsbahnen (RZD) noch weiter ausbaut. Das beinhaltet auch das Projekt einer möglichen Verlängerung der Breitspurbahn von Kosice nach Wien, sowie die Kooperation im Bereich von Logistikdienstleistungen.

Verbindung der europäischen mit den asiatischen Märkten

Nur 450 km - nämlich die Eisenbahnstrecke zwischen Wien und Košice - ist man derzeit aufgrund der unterschiedlichen Spurweite von einer direkten Ost-West-Verbindung und damit einem durchgehenden Schienenweg von Zentraleuropa nach Asien entfernt. Durch die Verlängerung der Breitspurstrecke von Wien nach Košice würde ein einheitliches Schienensystem geschaffen, das die osteuropäischen und die asiatischen Märkte mit den zentraleuropäischen Märkten direkt und ohne Zeitverzögerung miteinander verbindet und gleichzeitig grünes Licht für ein umweltverträgliches Transportwesen der Zukunft gibt. Dadurch würden auch Wachstum und Arbeitsplätze geschaffen werden.

Der Vorschlag, eine derzeit in Košice in der Ostslowakei endende Bahnlinie nach Bratislava bzw. Wien zu verlängern, wurde von Roland Berger Strategy Consultants im Rahmen einer von der Breitspur Planungsgesellschaft mbH in Auftrag gegebenen Studie untersucht - einem Joint Venture von vier gleichberechtigten Partnern - ÖBB, RZD, UZ and ŽSR, den nationalen Eisenbahngesellschaften Österreichs, Russlands, der Ukraine und der Slowakei.

Schnell, sicher und nachhaltig

Durch die Verlängerung der Breitspur - diese beträgt 1.520 mm gegenüber 1.435 mm Normalspur - entstehen ein zentraler Logistikanbieter sowie ein Güterkorridor von 8.000 km Länge, der eine verkürzte Transportzeit auf 15 Tagen mit der Bahn gegenüber bisher 35 Tagen mit dem Schiff ermöglicht. Die Frachtkapazität der Strecke liegt bis 2050 bei mindestens 16 Millionen Tonnen jährlich.

Mit dem Ausbau der Breitspurstrecke kommt es zu einer stärkeren Nutzung des Breitspursystems zwischen Europa und China bzw. Russland als attraktive Alternative zum Seeweg. Weiters ist die Twin City-Region Wien-Bratislava, in der sich zahlreiche Infrastrukturachsen kreuzen, ein idealer Standort für die Systemgrenze zwischen Normal- und Breitspur - und damit für einen weiteren in Europa dringend benötigten Logistikstandort mit tausenden Arbeitsplätzen.

Der Gütertransport auf der Schiene ist eine sichere Alternative zum Seeweg, da kritische Streckenpassagen (z.B. von Piraterie betroffene Seewege) oder Krisengebiete vermieden werden. Mit der Streckenverlängerung der Breitspurbahn wird ein elektrifiziertes und somit umweltfreundliches Verkehrsnetz geschaffen.

Hohes Frachtpotzenzial

Die in Auftrag gegebene strategische Machbarkeitsstudie bescheinigt einerseits die technische und rechtliche Machbarkeit des Projekts, anderseits weist sie auf die „neue Dimension eines wettbewerbs­fähigen und umweltverträglichen Schienentransportsystems in Eurasien“ hin. Die Autoren kommen zum Schluss, dass sich durch die Verlängerung der Breitspurbahn bis 2050 jährlich voraussichtlich zwischen 16 Millionen Tonnen und 24 Millionen Tonnen Frachtaufkommen erzielen lassen. Nicht nur die Twin City-Region Wien - Bratislava als logistisches Zentrum würde aufgewertet, sondern es würden insgesamt mehr als 33 Länder in West- und Mitteleuropa, Zentralasien, Russland und dem Fernen Osten von der Verlängerung wirtschaftlich profitieren.

Durch die Errichtung würden durchschnittlich durch direkte oder indirekte Beschäftigung 21.000 neue Arbeitsplätze entstehen. Nach Fertigstellung würden durch den  Zugbetrieb zumindest 6.400 Arbeitsplätze entstehen sowie weitere 3.100 Arbeitsplätze durch den Betrieb der Terminals und der restlichen Infrastruktur, besagt die Studie.

Die Errichtungskosten für die Strecke belaufen sich laut Studie auf 6,36 Milliarden Euro. Aus den Untersuchungen geht hervor, dass die Kosten im Rahmen vergleichbarer europäischer Eisenbahnprojekte liegen.

Die nächsten Schritte

Die strategische Machbarkeitsstudie ebnete den Weg für den nächsten Schritt nach vorne: Die Eisenbahngesellschaften sowie die zuständigen staatlichen Behörden der vier Partnerländer analysieren die Ergebnisse, um die weiteren Planungsvorarbeiten in Angriff nehmen zu können.

In weiterer Folge wird eine Markt- und Wettbewerbsanalyse erstellt, das Geschäftsmodell sowie die Beteiligungsstruktur im Detail entwickelt, die Produktionsprozesse am existierenden Korridor und die Aufnahme der Verkehre optimiert sowie strategische Kooperationen geprüft. Zu Ende dieses Prozesses wird ein detailliertes Konzept für den Marktaufbau vorliegen. Bereits vor der möglichen Realisierung des Breitspurprojekts werden RZD und ÖBB ihre Kooperation im Logistikbereich intensivieren.

Im Infrastrukturbereich erfolgen ebenfalls weitere Konkretisierungen bezüglich der Zugzahlen­ab­schätzung für das Normalspurnetz in Österreich nach Fertigstellung der Breitspurbahnstrecke. Bei positivem Entscheid kann ab dem Winter 2011 eine umfassende Machbarkeitsstudie durchgeführt werden.

Als Kriterien zur Entscheidungsfindung für dieses Projekt werden unter anderem eine sorgfältige Betrachtung der Wirtschaftlichkeit, des Finanzierungskonzepts, standortpolitische Überlegungen sowie volks- und verkehrspolitische Überlegungen herangezogen.

Pressemeldung der Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB).


URL: Homepage Die Österreichische Bundesbahnen (ÖBB)
Meldung vom 19.05.2011

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