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Grünes Licht für den modernsten Zug der Welt - ICx setzt neue Maßstäbe im Fernverkehr

Designstudie des neuen ICx  © Siemens Die Deutsche Bahn AG und die Siemens AG haben heute in der DB Akademie in Potsdam, im ehemaligen Kaiserbahnhof, den Milliardenauftrag zum Bau von bis zu 300 neuen Fernverkehrszügen offiziell unterzeichnet. In Anwesenheit des Bundesministers für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung, Dr. Peter Ramsauer, und des Vorsitzenden des Aufsichtsrates der Deutschen Bahn AG, Professor Dr. Dr. Utz-Hellmuth Felcht, besiegelten der Vorstandsvorsitzende der DB, Dr. Rüdiger Grube, und Peter Löscher, Vorsitzender des Vorstandes der Siemens AG, das 8.000 Seiten starke Vertragswerk. Aus dem Rahmenabrufvertrag mit einer Laufzeit bis 2030 ruft die DB sofort 130 Züge ab. Weitere 90 sind geplant. Das mögliche Auftragsvolumen für die 220 Züge beträgt rund sechs Milliarden Euro. Die verbliebenen 80 Züge kann die DB jederzeit in Auftrag geben.

"Das ist ein guter Tag für die deutsche Wirtschaft. Vom Rohbau bis zur Endmontage werden die Züge in Deutschland gefertigt. Der Auftrag sichert tausende von Arbeitsplätzen, auch in der mittelständischen Zulieferindustrie", erklärte der Bundesminister für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung, Dr. Peter Ramsauer. Der Vorsitzende des Aufsichtsrats der Deutschen Bahn, Professor Dr. Dr. Utz-Hellmuth Felcht, sagte: "Mit der Beschaffung der neuen ICx-Züge sichern wir die nachhaltige und erfolgreiche Weiterentwicklung unseres Unternehmens ab."

DB-Chef Grube erklärte: "Mit dem ICx legen wir den Grundstein für den Fernverkehr der Zukunft und setzen neue Maßstäbe bei Zuverlässigkeit, Umweltfreundlichkeit und Komfort. Davon profitiert das System Bahn. Insbesondere unsere Kunden können sich auf den modernsten Zug der Welt freuen."

"Die Energieeffizienz und Modularität dieser Fahrzeuge bieten eine nie dagewesene Wirtschaftlichkeit im Betrieb, die flexible Raumgestaltung einen neuen Komfort für die Fahrgäste. Damit setzt der ICx neue Standards für den Verkehr zwischen Ballungsräumen und Städten", sagte Siemens-Chef Peter Löscher.

Designstudie des Führerstands des neuen ICx ©Siemens

Der ICx wird das Rückgrat des zukünftigen Fernverkehrs der DB. Technische Basis ist ein innovatives Plattformkonzept. Es setzt jedoch auch auf bewährte Komponenten, die in verschiedenen Ausstattungs- und Ausrüstungsvarianten bereits in anderen Zugserien international erfolgreich im Einsatz sind. Trotz seiner technischen Einheitlichkeit bei den Fahrzeugen erlaubt der ICx ein hohes Maß an Flexibilität bei der Zusammenstellung von bis zu 24 verschiedenen Zugkonfigurationen. Möglich wird dies durch sogenannte Powercars, die alle Komponenten einer Antriebseinheit in einem Wagen bündeln. Damit können die Züge entsprechend dem Reisendenaufkommen und der geforderten Leistung unkompliziert angepasst werden. Weiterhin gewährleistet das Plattformkonzept deutlich günstigere Instandhaltungs- und Wartungskosten.

Der ICx wird in zwei Varianten gebaut. Variante eins ist ein 7-teiliger Triebzug mit drei angetriebenen Powercars. Er erreicht eine Höchstgeschwindigkeit von 230 Stundenkilometern und verfügt über 499 Sitzplätze. Dieser Zug soll vor allem im heutigen IC-Netz zum Einsatz kommen. Da dort der Anteil von Streckenabschnitten, die mit über 200 Stundenkilometern befahren werden können, eher gering ist, reicht diese Höchstgeschwindigkeit aus.

Variante zwei ist ein 10-teiliger Triebzug mit bis zu fünf Powercars und 724 Sitzplätzen. Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 249 Stundenkilometern. Damit können diese ICx-Züge die ICE 1 und ICE 2-Flotte ersetzen, die heute meist mit einer Geschwindigkeit von 250 Stundekilometern verkehren. Lauftechnisch sind alle ICx in der Lage, 249 Stundenkilometer zu fahren. Für Geschwindigkeiten über 250 Stundenkilometer steht die Bestandsflotte der ICE 3 Züge zur Verfügung. Zu beiden ICx-Varianten gehören je ein voll ausgestattetes Bordrestaurant mit 17 beziehungsweise 23 Sitzplätzen sowie ein Bistro mit Stehbereich. Zudem verfügen die Züge über ein Familienabteil und acht reservierungspflichtige Fahrradstellplätze.

Designstudie des 2.-Klasse-Bereichs im neuen ICx© Siemens

Die Entwicklung einer neuen Sitzgeneration ermöglicht mehr Freiraum am Platz trotz erhöhter Zahl der Sitze. Beim Verstellen des Sitzes klappt die Rückenlehne nicht mehr nach hinten, sondern sie bewegt sich innerhalb der Sitzschalenkontur. In der 1. Klasse ist beim ICx jeder Sitz mit Steckdosen und zuschaltbaren Leselampen ausgestattet. In der 2. Klasse verfügen die Doppelsitze über jeweils eine Steckdose. Je Wagen sind bis zu sechs Deckenbildschirme und in den Einstiegsräumen jeweils ein Monitor für Fahrgastinformationen angebracht. Für Reisende mit eingeschränkter Mobilität verfügen die Züge über jeweils eine fahrzeuggebundene Einstiegshilfe und ein behindertengerechtes WC.

Dank seiner deutlich verbesserten aerodynamischen Form reduziert sich der Fahrwiderstand gegenüber den bisher eingesetzten ICE-Zügen deutlich. Durch eine leichtere Bauweise konnte außerdem das Gewicht bei einem 200 Meter langen Zug um rund 20 Tonnen reduziert werden. Der Energieverbrauch pro Fahrgast sinkt um bis zu 30 Prozent gegenüber vergleichbaren Bestandszügen.

Bei der Ausgestaltung des Vertrages wurde ein Schwerpunkt auf die Festschreibung von Qualitätsmerkmalen gelegt. So werden erstmalig in Europa zwei Züge der ICx-Baureihe vor Aufnahme der Serienfertigung einen 14-monatigen Probebetrieb, davon 12 Monate im Fahrgastbetrieb, durchlaufen. Mögliches Verbesserungspotenzial soll so frühzeitig erkannt werden. Zusätzlich wurde eine 7-jährige Monitoringphase vereinbart, in der Daten aus dem Betrieb der Züge direkt an Siemens zurückgespeist werden. Außerdem werden Siemens und die DB erstmals gemeinsame Meilensteine in der Konstruktions- und Fertigungsphase festlegen, die einstimmig abgenommen werden müssen.

Die ersten ICx-Züge sollen im Laufe des Jahres 2016 in den Einsatz kommen. Dabei erfolgt die Inbetriebnahme der neuen Züge linienbezogen. Der Einsatz der ICx-Züge für Verkehre in Deutschland hat Vorrang vor europäischen Nachbarländern.

Pressemeldung von Siemens



URL: Homepage Siemens Mobility Division
Meldung vom 09.05.2011

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