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SBB Cargo: Der Bahntransport von Gütern hilft dem Klimaschutz

Green Logistics bei SBB Cargo © SBB Cargo Die transport logistic in München steht dieses Jahr ganz im Zeichen von „Green Logistics”. Auf vielen Veranstaltungen wird diskutiert, wie sich die Kluft zwischen ökologischen Notwendigkeiten und ökonomischen Zwängen in der Logistik schließen lässt. Auch die Schweizer Güterbahn SBB Cargo beteiligt sich an dieser Diskussion.

„Ökologische Effizienz und höhere Leistungsfähigkeit sind Topargumente für den Schienentransport“, sagt“, ist Nicolas Perrin, CEO von SBB Cargo, überzeugt. Das Bewusstsein für die Notwendigkeit langfristigen Denkens im Logistikbereich statt kurzfristiger Preisvorteile gewinne zunehmend an Bedeutung. So hat eine Umfrage des Internationalen Eisenbahnverbandes UIC unter Logistikmanagern im Herbst 2010 ergeben, dass 31,4 Prozent der Befragten den Umweltschutz und 30 Prozent die höheren Kapazitäten als Wettbewerbsvorteil der Schiene gegenüber der Straße wahrnehmen. 57 Prozent der Unternehmen gaben an, dass sie in den nächsten zehn Jahren eher einem Logistikanbieter mit „grünen Lösungen“ den Vorzug gegenüber einem günstigeren Anbieter geben würden.

„Das deckt sich mit unseren eigenen Umfrageergebnissen“, konstatiert Perrin. Danach setzen bereits 78 Prozent der Nicht-Kunden von SBB Cargo und 93 Prozent der Kunden Maßnahmen in der Logistikkette zur Einsparung von CO2 um. Dabei – so die Befragung – sind aktuell 44 Prozent der SBB Cargo-Kunden bereit, für ein umweltfreundlicheres Transportangebot auch Mehrkosten in Kauf zu nehmen. Etliche große Unternehmen in der Schweiz, wie zum Beispiel die Handelsorganisationen Coop und Migros, haben bereits umfangreiche Klimaschutzprojekte gestartet. „Mit unserem Green-Logistics-Angebot haben wir auf diesen Bedarf der Wirtschaft reagiert und unterstützen unsere Kunden aktiv bei der Erreichung ihrer Umweltziele“, betont der CEO von SBB Cargo.

Dabei leistet der Güterverkehr auf der Schiene von vorneherein einen wesentlichen Beitrag zur Entlastung der Umwelt und des Klimas: Pro Tonne Fracht und zurückgelegtem Kilometer gelangen mit einem europäischen Güterzug durchschnittlich 29 Gramm CO2 in die Atmosphäre. Beim Transport mit einem Großlastwagen mit Schadstoffnorm EURO 5 sind es dagegen 81 Gramm. Die Einsparung ist also beachtlich, wenn Frachten auf die Bahn verladen werden – und je länger die Strecken sind, desto grösser ist der Gewinn für das Weltklima. Den Unterschied machen dabei die CO2-arme Antriebsenergie und die Energieeffizienz der Bahn. Denn elektrischer Strom verursacht grundsätzlich weniger CO2 als fossiler Brennstoff wie Benzin oder Diesel. Dies gilt im Speziellen für das Netz der SBB, da der Schweizer Bahnstrom zu 75 Prozent aus umweltfreundlicher Wasserkraft stammt. Die Schiene hat zudem einen geringen Rollwiderstand, der Luftwiderstand eines ganzen Zuges ist klein, der Elektromotor hat einen hohen Wirkungsgrad und die Bremsenergie fließt zurück ins Stromnetz.

Die Verlagerung des Verkehrs auf die Schiene verbessert also die Ökobilanz einer Firma nachhaltig. SBB Cargo hilft dabei mit verschiedenen Angeboten, diesen Umweltvorteil sichtbar zu machen. Mit EcoTransITWorld, einem auf der Website der Schweizer Güterbahn kostenlos zugänglichen Tool, können etwa die ökologischen Auswirkungen des Gütertransports mit Bahn, Lastwagen, Schiff und Flugzeug berechnet und miteinander verglichen werden – und das für fast jede Transportstrecke weltweit.  Parameter wie Größe, Schadstoffklasse, Beladungsgrad und Leerfahrtenanteil lassen sich dabei für jedes einzelne Transportmittel auf individuelle Bedürfnisse anpassen. Die Verbindung mit Google Maps ermöglicht eine Veranschaulichung der gewählten Route. Auch für Transporte des kombinierten Verkehrs liefert die Software verlässliche Resultate.

Screenshot EcoTransIT © SBB Cargo

Mit Hilfe EcoTransITWorld stellt die SBB Cargo ihren Kunden einmal im Jahr kostenlos ein individuelles Emissionsreporting zur Verfügung. Der übersichtliche Bericht zeigt die Schadstoffbelastungen auf, die von den Schienentransporten in einem bestimmten Zeitraum verursacht werden. Der Vergleich mit den Emissionen eines entsprechenden Transports auf der Straße macht die realisierte Einsparung deutlich. Der Bericht enthält wertvolle Informationen für die Ökobilanz eines Unternehmens und kann direkt in entsprechende Berichte übernommen und so für die eigene Umweltkommunikation genutzt werden.

„Doch auch die Beförderung von Gütern mit der Bahn kommt nicht ganz ohne CO2-Emissionen aus“, räumt Nicolas Perrin ein. SBB Cargo bietet deshalb zusammen mit der internationalen Klimaschutzorganisation myclimate den klimaneutralen Bahntransport an. Dabei werden die entstandenen Emissionen durch die Einsparung der gleichen Menge Kohlendioxid an anderer Stelle kompensiert. Dieser Ausgleich ist möglich, weil das klimaschädliche Gas keine geografischen Grenzen kennt und es für den globalen Klimaschutz irrelevant ist, wo Emissionen anfallen und wo sie vermieden werden. Bei der Berechnung des CO2-Ausstosses wendet myclimate strenge Richtlinien an. So werden nicht nur die Emissionen kompensiert, die beim Bahntransport freigesetzt werden, sondern auch jene, die beim Bau der dazu benötigten Infrastruktur oder beim Rangieren der Güter entstehen. Um diese Werte zu ermitteln, stützt sich SBB Cargo nicht nur auf die EcoTransITWorld-Software, sondern erweitert deren Angaben um Daten aus der weltweit führenden Ökobilanz-Datenbank ecoinvent. Denn nur so erhält man ein wirklich umfassendes Bild der Klimabelastung, die kompensiert werden muss. „SBB Cargo ist damit die erste Güterbahn in Europa, die bei der Kompensation sämtliche Aspekte berücksichtigt“, freut sich Perrin.

Um weitere Anreize für die Verlagerung von Gütertransporten von der Strasse auf die Schiene zu forcieren, hat das Eisenbahnverkehrsunternehmen in diesem Frühjahr den „Prix éco“ ausge-schrieben. Damit werden diejenigen Kunden prämiert, die im Jahr 2011 mit ihren Bahntransporten am meisten den Ausstoß der klimaschädlichen Treibhausgase reduzieren. Unter dem Motto „Jedes Gramm zählt – CO2-sparen und gewinnen“ erhalten die Sieger von dem Bahnlogistiker je 5.000 Schweizer Franken als Kompensationsbeitrag an myclimate, um einen Transport ihrer Wahl komplett klimaneutral abzuwickeln.

Green Logistics bei SBB Cargo © SBB Cargo Doch auch im eigenen Unternehmen macht sich die Schweizer Güterbahn für den Klimaschutz stark. Bis 2015 wollen die Schweizer Bundesbahnen insgesamt – und damit auch ihre Gütersparte – mit einem bereits seit 2008 wirksamen Energiesparprogramm gegenüber dem prognostizierten Verbrauch 10 Prozent Energie einsparen. Dies entspricht rund 230 Gigawattstunden ab 2015 oder dem Verbrauch von knapp 60.000 Haushalten. Um dieses ehrgeizige Energiesparziel zu erreichen, hat SBB Cargo zahlreiche konkrete Maßnahmen beschlossen. So sorgen Schulungen bei den Lokführern für eine effiziente Fahrweise: Alleine damit lassen sich fünf Prozent Antriebsenergie sparen. Eine flüssige Betriebsführung und die Sanierung von Gebäuden und Anlagen sind weitere Hebel zur Energieeinsparung. Im Rahmen von Energiesparwochen erhielt zudem das gesamte Personal nützliche Tipps für das umweltbewusste Verhalten im Alltag. Die SBB hat sich außerdem das Ziel gesetzt, ihre CO2-Emissionen aus dem Betrieb bis 2020 um 30 Prozent gegenüber 1990 zu senken. Dafür sind Maßnahmen im Gebäudebereich und zur Reduktion des Treibstoffverbrauchs geplant, welche der Atmosphäre insgesamt rund 15.000 Tonnen CO2-Emissionen jährlich ersparen. Ab 2012/2013 werden zudem neue 30 Rangierfahrzeuge mit Hybridantrieb zum Einsatz kommen und damit den Kohlendioxidausstoß um weitere  4.300 Tonnen reduzieren.

Gastbeitrag von SBB Cargo.


URL: Homepage SBB Cargo
Meldung vom 05.05.2011

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