Werbung
modellbahn-portal
eisenbahn-webkatalog
eisenbahn-termine
 


Login








Registrieren
Passwort vergessen?


Werbung

Themen

Service





BLS AG: Positives Geschäftsjahr – finanzieller Druck steigt

Logo BLS AG © BLS AG Die BLS AG hat im Geschäftsjahr 2010 einen Konzerngewinn von CHF 4,9 Mio. erwirtschaftet. Sie konnte ihre Leistungen sowohl im Personenverkehr (+5,5% Personenkilometer) wie im Güterverkehr (+12,8% Nettotonnenkilometer) markant steigern und das Betriebsergebnis (EBIT) mit CHF 21,3 Mio. auf Vorjahresniveau halten. Wiederum leistete die BLS mit CHF 19 Mio. einen hohen Beitrag an die Sanierung ihres Vorsorgewerks. Insgesamt nimmt der finanzielle Druck aber zu. Die BLS benötigt künftig ein Konzernergebnis, das mindestens in der Grössenordnung der letzten Jahre liegt. Neu hinzu kommt die Verschuldung durch die Rollmaterialbeschaffungen. Die BLS sieht sich veranlasst, ihre finanzielle Basis zu verbessern und die Produktivität zu steigern.

Die BLS AG blickt auf ein positives Geschäftsjahr 2010 zurück. «Wir können uns über eine steigende Nachfrage sowohl bei den Verkehrs- wie den Infrastrukturleistungen freuen», sagte Bernard Guillelmon, Vorsitzender der BLS Geschäftsleitung, am Donnerstag an der Bilanz-Medienkonferenz in Bern. Der Betriebsertrag steigerte sich um 3,4% auf CHF 898 Mio., der Betriebsaufwand nahm um 3,5% auf CHF 876,8 Mio. zu. Zudem konnte die BLS AG erneut CHF 19 Mio. zur Sanierung des Vorsorgewerks beisteuern. Der Deckungsgrad des Vorsorgewerks BLS verbesserte sich dadurch per Ende 2010 auf 95,5 Prozent. Insgesamt stellte die BLS AG in den letzten fünf Jahren CHF 103,4 Mio. zugunsten der Personalvorsorge zurück. Sie tat dies ohne Bundeshilfe.

Die BLS bestätigte das ansprechende Betriebsergebnis (EBIT) aus dem Vorjahr mit CHF 21,2 Mio. Dennoch resultierte mit CHF 4,9 Mio. ein markant gesunkener Konzerngewinn (2009: CHF 12,9 Mio.). Ausgebliebene Einmaleffekte, starke Währungsverluste bei BLS Cargo sowie Steuerrückstellungen sind die wesentlichen Gründe für den Gewinnrückgang.

BLS benötigt künftig ein nachhaltiges Konzernergebnis

Die BLS verfügt über ein gutes finanzielles Fundament. Allerdings bedarf sie in Zukunft nachhaltig wirkender Konzerngewinne, wie Finanzchef Reto Baumgartner mit Blick auf den gesunkenen Konzerngewinn 2010 aufzeigte. Ungeachtet des Drucks der Bestellerkantone auf die Abgeltungen, benötige die BLS künftig ein Konzernergebnis, das mindestens in der Grössenordnung der letzten Jahre liege.

Einerseits könnten die grossen Rollmaterial-Investitionen zur Bewältigung des Wachstums im Personenverkehr nicht aus selbsterarbeiteten Mitteln finanziert werden, erklärte Baumgartner. Vielmehr müsse die BLS auf Mittel am Kapitalmarkt zurückgreifen, wodurch die Verschuldung deutlich zunehmen werde und zusätzlich eine jährliche Schuldenreduktion notwendig machen. Bis 2014 wird die BLS noch rund CHF 350 Mio an zusätzlichem Kapital aufnehmen müssen. Andererseits ist die Pensionskasse weiterhin sanierungsbedürftig. Ausserdem will die BLS ihr Vorsorgewerk mit einer Schwankungsreserve absichern. Die Sanierung der Pensionskasse hat die BLS ohne Bundeshilfe zu leisten. «Dies ist ein klarer Wettbewerbsnachteil gegenüber der SBB», hielt Verwaltungsratspräsident Rudolf Stämpfli fest. Das an sich erfreuliche Konzernergebnis werde durch die Sanierungskosten geschmälert.

Personenverkehr: Wachstum Bahn hält an, Doppelstockzüge bestellt

Im Personenverkehr verzeichnete die BLS in den Sparten Bahn und Bus ein starkes Nachfragewachstum. Sie beförderte 2010 insgesamt 54,2 Mio. Fahrgäste (+3,9%). Mit 49,7 Mio. Fahrgästen nutzten 3,8 Prozent mehr Passagiere als im Vorjahr die BLS-Züge. Die Zahl der gefahrenen Personenkilometer in den Zügen nahm sogar um 5,4 zu. Die grössere Nachfrage wirkte sich auch positiv auf die Verkehrserträge aus, die um 5,4 Prozent auf 131,6 Mio. Franken zunahmen. 94,2 Prozent der BLS-Züge erreichten ihr Ziel pünktlich, das heisst mit maximal drei Minuten Verspätung. Die BLS konnte damit die Pünktlichkeit auf hohem Niveau weiter steigern (Vorjahr 93,8%). In der S-Bahn Bern erreichte die Pünktlichkeit der Züge gar 95,3 Prozent.

Höhepunkte im Geschäftsjahr 2010 waren die Bestellung von 28 Doppelstocktriebzügen für die S-Bahn Bern und die Übernahme des gesamten Bahnverkehrs in Luzern West. Die ersten neuen Züge von Stadler Rail werden ab 2013 auf der besonders stark benutzten Linie S1 zwischen Fribourg–Bern–Münsingen–Thun zum Einsatz kommen. Ab 2014 verkehren sie zusätzlich auf den Linien S3 Biel/Bienne–Bern–Belp sowie S6 Bern–Schwarzenburg. Die vierteiligen Züge bieten 336 Sitzplätze und steigern die Zahl der angebotenen Sitzplätze der BLS Flotte von derzeit rund 29‘000 auf 33‘000. Mit einem Investitionsvolumen von CHF 493 Mio. (Beschaffungswert CHF 434 Mio.) handelt es sich um die grösste Rollmaterialbeschaffung in der Geschichte der BLS. Weitere rund CHF 700 Mio. investiert die BLS in den Jahren 2019 bis 2025 in voraussichtlich einstöckige, neue Niederflurzüge.

Andererseits erfolgte mit dem Fahrplanwechsel im Dezember die Übernahme des gesamten Bahnverkehrs im Westen Luzerns. Sie verlief abgesehen von kleinen Startschwierigkeiten erfolgreich: Die Fahrgäste profitieren seither von moderneren Zügen, pünktlicheren Verbindungen und besseren Anschlüssen – insbesondere in Wolhusen. Die S-Bahn Luzern fährt zudem neu bis Langnau und die BLS vermarktet Ausflüge ins Entlebuch, wo sie mit dem neu eröffneten BLS Reisezentrum Schüpfheim präsent ist.

Bus, Schiff und Autoverlad mit negativen Ergebnissen

Wegen des ausgebauten Linienangebots im Emmental, beförderten die BLS-Busse 16,8 Prozent mehr Fahrgäste als im Vorjahr, insgesamt 3,45 Mio. (2009: 2,95 Mio.). Die zurückgelegten Personenkilometer wuchsen um 13,9 auf 15,3 Mio. an, und der Verkehrsertrag steigerte sich um 13,5 Prozent auf CHF 5,5 Mio. Allerdings fiel das Spartenergebnis unter dem Strich mit CHF -0,9 Mio. dennoch negativ aus, weil namentlich die Erträge für das erweiterte Busangebot erst mit Verzögerung zu Buche schlagen. Per 1. Januar 2011 wurden die Konzessionen für die Buslinien im Emmental auf die Tochterfirma Busland AG übertragen, welche seither den gesamten operativen Busbetrieb gewährleistet und eine stärkere unternehmerische Verantwortung innerhalb des BLS-Konzerns trägt.

Das Rekordjahr 2009 nicht bestätigen konnte die BLS-Schifffahrt: Mit 1,08 Mio. Passagieren nutzen zwar immer noch mehr Ausflugsreisende die 13 Schiffe im Berner Oberland als im langjährigen Durchschnitt, jedoch insgesamt 18,6 Prozent weniger als im Vorjahr. Ursache für den Rückgang sind der nasskalte Sommer 2010 sowie einmalige Aktionen im Vorjahr. Entsprechend rutschte das Spartenergebnis mit CHF -0,44 Mio. in den roten Bereich.

Ebenfalls kritisch bleibt die Rentabilität des BLS-Autoverlads am Lötschberg. Dieser transportierte 2010 zwar etwas mehr Fahrzeuge als im Vorjahr (1,34 Mio., +0,2%), der Ertrag sank jedoch um 0,4 Prozent auf CHF 26,2 Mio. Am Ende resultierte ein Verlust von CHF 0,4 Mio. Die BLS ist gewillt, den nicht abgeltungsberechtigten Bereich Autoverlad künftig rentabel zu betreiben und investiert in den nächsten fünf Jahren rund CHF 20 Mio. Sie hat im Sommer 2010 ein neues, differenziertes Tarifmodell bekannt gegeben. Damit will sie einerseits der verstärkten Wettbewerbssituation Rechnung tragen und andererseits anstehende Investitionen finanzieren können. Die auf Anfang 2011 geplante Einführung hat sich leider verzögert, da der Preisüberwacher die Tarifanpassungen einer Prüfung unterzog. Die Gespräche mit dem Preisüberwacher sind noch im Gange. Die BLS strebt dabei insbesondere an, dass die neue Konkurrenzsituation mit dem Fernverkehr durch den Lötschberg-Basistunnel und dem Ausbau der Autobahn A9 anerkannt wird und sie Preiserhöhungen in Marktgebieten vornehmen kann.

BLS Netz AG: Mehr Leistung auf dicht befahrener Infrastruktur

Die BLS Netz AG hat sich in ihrem zweiten Jahr erfreulich entwickelt. Sie konnte 1,1 Prozent mehr Trassen verkaufen, im Personenverkehr waren es insgesamt 11,8 Mio. Trassenkilometer (+1,0%), im Güterverkehr waren es 1,9 Mio. Trassenkilometer (+1,5%). Es ist eine stetig höhere Nachfrage auf dem bereits sehr dicht befahrenen BLS Infrastrukturnetz festzustellen. Auch der Lötschberg-Basistunnel war sehr stark ausgelastet, an Werktagen stehen kaum noch freie Kapazitäten zur Verfügung. Seit der Eröffnung im Dezember 2007 bis Ende 2010 durchfuhren über 92‘000 Züge den modernsten Eisenbahntunnel der Welt. Um für die kommenden Aufgaben gut gerüstet und wettbewerbsfähig zu bleiben, wird die BLS Netz AG in den nächsten vier Jahren die Strategie FIT 15 umsetzen, welche auf die Bedürfnisse von Kunden und Mitarbeitenden sowie auf Effizienz- und Qualitätssteigerungen fokussiert.

Güterverkehr: Trotz Mehrverkehr – Ergebnis durch schwachen Euro getrübt

Über ihr Ergebnis hat die BLS Cargo AG am 5. April ausführlich informiert. BLS Cargo hat sich gut von der Wirtschaftskrise im Jahr 2009 erholt. BLS Cargo konnte die Verkehrsleistung um 12,8 Prozent auf 3362 Mio. Nettotonnenkilometer steigern, der Marktanteil im Schweizer Transitverkehr stieg auf 43 Prozent. Trotz wirkungsvoller Massnahmen zur Effizienzsteigerung und wachsender Verkehre resultierte ein Verlust von CHF 2,6 Mio. Grund dafür ist die starke Aufwertung des Schweizer Frankens gegenüber dem Euro.

Ausblick: Desintegriertes Modell für künftige Bahninfrastruktur

Gemäss BLS Verwaltungsratspräsident Rudolf Stämpfli steht die Bewältigung des Nachfragewachstums, Qualitätssteigerungen sowie eine verbesserte Rentabilität im Fokus der folgenden Jahre. Dazu werde die im letzten Jahr erarbeitete Vision «BLS – besser unterwegs» strategisch und operativ umgesetzt. Konkretes Beispiel ist die Schaffung des Bereichs Bahnproduktion, in dem die bisherigen Bereiche Werkstätten, Zugförderung und Teile des Personenverkehrs zusammengefasst werden. Dadurch kann die BLS alle Leistungen im Produktionsprozess kundenorientierter, mit verbesserter Qualität und effizienter erbringen.

Die BLS als zweitgrösstes Bahnunternehmen der Schweiz setzt sich entschieden für ein stärker desintegriertes Modell der Bahninfrastrukturen ein. «Wir fordern langfristig die Trennung von Infrastruktur und Verkehr – und zwar in einer von der SBB unabhängigen, neu zu bildenden Gesellschaft», betonte Verwaltungsratspräsident Rudolf Stämpfli. So sei ein möglichst diskriminierungsfreier Zugang zum Bahnnetz am besten zu erreichen. Ebenfalls macht sich die BLS für eine mehr nutzungsorientierte Finanzierung und eine bedarfsorientierte Weiterentwicklung der Infrastruktur stark. Sie setzt sich dabei insbesondere für eine rasche und nachhaltige Erweiterung des Bahnhofs und des Knotens Bern ein, sowie den Vollausbau des Lötschberg-Basistunnels und dessen Zubringerstrecken wie zum Beispiel das Aaretal.

Pressemeldung der BLS Lötschbergbahn AG.


URL: Homepage BLS Lötschbergbahn AG.
Meldung vom 05.05.2011

Weitere Meldungen




Weitere Meldungen:


Gefunden beim Eisenbahn-Webkatalog.
http://www.eisenbahn-webkatalog.de