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ÖBB Bilanz 2010: RCA-Effekte drücken Ergebnis - Sanierung läuft

Der ÖBB Konzern weist 2010 ein negatives Konzernergebnis in Höhe von 330 Mio EUR aus, allein die Rail Cargo Austria (RCA) trägt mit -353 Mio EUR zu diesem Verlust bei. Das Jahresergebnis ist ein Spiegel der Vergangenheit: Altlasten sind über Jahre entstanden, die 2010 bereinigt wurden. Die Umsetzung des Sanierungsprogramms für den Güterbereich hat oberste Priorität und wird konsequent umgesetzt. Denn ÖBB sanieren heißt zuallererst RCA sanieren. Der Trend im ersten Quartal 2011 zeigt, dass der Sanierungsplan bereits greift.

Die Bilanz 2010 des ÖBB-Konzerns ist Spiegel der Management Herausforderung vor der die ÖBB stehen. Margenerosion, Forderungsabschreibungen sowie außerplanmäßige Abschreibungen bei Auslandsbeteiligungen wie z.B. Rail Cargo Hungaria, Rumänien oder Griechenland und operative Verluste sind Negativ-Treiber des Konzernergebnisses. Der harte Sanierungskurs zeigt zwar erste Erfolge, muss aber konsequent weiter verfolgt werden, um zu vermeiden, dass die Eigenkapitalquote weiter sinkt und damit der Unternehmensfortbestand gefährdet ist. 26 Leitprojekte sind die Eckpfeiler der Sanierung, die 2010 implementiert wurden und die ÖBB fit für die Zukunft machen sollen.

Steigende Umsatzerlöse, aber RCA Ergebnis belastet Konzernbilanz schwer
Die Bilanz des ÖBB-Konzerns im abgelaufenen Geschäftsjahr 2010 ist geprägt von Einmal-und Sondereffekten. Das EBIT ist um 254,8 Mio EUR geringer als im Vorjahr (2009: 313,6 Mio EUR). Das EBT beträgt 2010 -329,8 Mio EUR (2009: +120,8 Mio EUR). 2009 wurde durch positive Sondereffekte wie z.B. die Auflösung der CDO’s (306,9 Mio EUR), ein außerordentlicher Finanzerfolg erzielt. Dieser Einmaleffekt macht einen Vergleich der Bilanz 2010 mit dem Vorjahr schwer möglich.

Die Gesamterträge sind 2010 um 334,2 Mio EUR auf 6.081,8 Mio EUR gestiegen (2009: 5.747,6 Mio EUR). Die Gesamtaufwendungen sind mit 5.827 Mio EUR jedoch gegenüber dem Vorjahr um 393 Mio. EUR stärker gestiegen als die Erträge (2009: 5.434,0 Mio EUR). Erfreulich ist, dass die Umsatzerlöse 2010 im Gesamtkonzern um 6,4% auf 5.136,1 Mio EUR gesteigert werden konnten (2009: 4.827,8 Mio EUR). Trotz steigender Umsätze in der RCA (+9% gegenüber Vorjahr) ist das operative Ergebnis deutlich negativ und unter Vorjahresniveau. Das verdeutlicht das strukturelle Problem des Unternehmens.

Die EBIT Marge hat sich von 5,5% auf 4,2% reduziert. Das negative Jahresergebnis und gestiegene Investitionen haben die Eigenkapitalquote deutlich gedrückt. Mit Investitionen in Höhe von 2,698,5 Mio EUR bleiben die ÖBB weiterhin einer der größten Auftraggeber der Österreichischen Industrie und Bauwirtschaft.

Erste Effekte im Personalbereich

Der Personalaufwand 2010 hat sich bereinigt um Sonderpositionen um 1% erhöht. Sondereffekte wie a.t. Fahrbegünstigung und Pflegegeld (84,6 Mio EUR) sowie Restrukturierungsrückstellungen in Ungarn (30,4 Mio EUR) tragen zur Gesamterhöhung des Personalaufwands  von, 3,5% (inkl. Sondereffekte) bei.

Die Mitarbeiterzahl konnte 2010 auf 42.419 (inkl. Lehrlingen 44.125) reduziert werden. Das entspricht einem Personalabbau von 2,7%.

Das Pensionsantrittsalter wurde um ein Jahr auf 53,5 Jahre erhöht. Krankheitsbedingte Pensionierungen nicht eingerechnet, nähern sich die ÖBB mit 54,9 Jahren schon dem ASVG-Niveau an.

Eckpunkte des ÖBB Turnaround: Sanierung - Qualität - Wachstum

Der Sanierungsprozess der ÖBB wurde 2010 mit Hochdruck gestartet. Ziel ist die ÖBB schlanker und schneller zu machen. Es besteht nach wie vor Effizienzsteigerungsbedarf in vielen Bereichen. Das Management hat es sich zum Ziel gesetzt, mit dem vorliegenden Sanierungsplan eine Ergebnisverbesserung von +500 Mio EUR bis 2015 gegenüber dem Fortschreiben des Status Quo zu erreichen. Das heißt 2015 muss der Konzern seine Kapitalkosten verdienen können. Dann soll das Unternehmen in der Lage sein eine positive Rendite für den Eigentümer zu erzielen. Erste Erfolge bei der Sanierung zeigen, dass das ÖBB-Management am richtigen Weg ist. Das Sanierungsprogramm umfasst sowohl kosten- wie auch marktseitig Maßnahmen und Projekte. Damit einher gehen die Steigerung der Wirtschaftlichkeit, Erhöhung der Produktivität und eine engere Definition des Kerngeschäftes. Das Fitnessprogramm für die ÖBB umfasst insgesamt 26 Leitprojekte. Allein die Sanierungsmaßnahmen RCA liefern dazu einen Ergebnisbeitrag von 240 Mio EUR.

FIT 2015 - trotz schwerer Sanierungsaufgabe RCA

Bereits 2010 wurden nach einer schonungslosen Analyse, der Turnaround des Unternehmens eingeleitet. Die im Turnaround-Programm definierten 26 Leitprojekte sind voll im Gange. RCA kommt beim Sanierungsprozess eine wichtige Rolle zu - seit 2006 ist die Eigenkapitalquote von 69% auf 15% geschrumpft. Ohne einschneidende Turnaround Maßnahmen steuert das Unternehmen im Laufe des Geschäftsjahres 2011 auf eine EK-Quote von unter 8% zu. Die Sanierung der RCA hat daher bei allen Maßnahmen im Konzern oberste Priorität.

Schritt für Schritt zu mehr Effizienz - Management hebt Sparpotenziale

Im Rahmen des Projekts „Führungsstrukturen & Overhead“ wurden bereits eine Reduktion des Top-Managements um 30% (von 14 auf 9 Vorstände in den Teilkonzern AGs) sowie die Führungskräftepositionen um 270 reduziert. Im Verwaltungsbereich sollen bis Ende 2012 rund 1.000 Mitarbeiter eingespart werden. Ein weiterer wichtiger Schritt ist die Zusammenlegung der Informations- und Kommunikationstechnologie (IKT)-Agenden im Konzern. Die Produktionsgesellschaft soll in den nächsten 5 Jahren deutliche Einsparungen erzielen, auch der Konzerneinkauf mit einem Volumen von 2 Mrd Euro ist seit Ende 2010 zentral gesteuert.

Kundenoffensive: 2 Milliarden Investition

Bei aller Restrukturierung und Sanierung - die ÖBB investieren zugunsten der Kunden. Kundenoffensive hat für die ÖBB vier Dimensionen: schnelle Strecken, neue Bahnhöfe, moderne Züge und Busse sowie besseres Service. Die Investitionen 2010 für die Kunden  betragen 2 Mrd EUR. 1,44 Mrd flossen in den Streckenausbau, v.a. von Westbahn, Südbahn und Unterinntal - für mehr Tempo und Kapazität auf den Strecken, zudem wurden die Langsamfahrstellen reduziert. Im Endausbau 2025 werden die Streckenkapazitäten um 30% höher sein, soll Wien-Salzburg in 2 Stunden 15 Min, Wien-München in 3 Stunden 45 Min, Wien-Klagenfurt in 2 Stunden 40 Min gefahren werden - die bessere Alternative zum Auto und auch zum Flugzeug. 335 Mio wurden in neue Bahnhöfe und Haltestellen quer durch Österreich investiert. Die großen Würfe 2010: Die Fertigstellung der Westbahnhofhalle und des St.Pöltner Hauptbahnhofs.

Neues Wagenmaterial - besseres Service

Mit 261 Mio Euro schlagen die Investitionen zu Buche, die in neue Busse und Züge sowie in Serviceverbesserungen investiert werden. Auf der Agenda steht außerdem der Einsatz des Premiumzugs railjet auch auf der Südbahn.
Bei den Investitionen ins Service stehen die Verbesserung bei Call Center und Beschwerdemanagement sowie bei der Information der Kunden am Bahnhof ganz oben, zudem werden neue Trolleys für die Verpflegung im Zug angeschafft. Auch die railjet-Bistros werden auf vielfachen Kundenwunsch zu Restaurantwägen umgebaut.
Fazit: Mehr Tempo auf der Strecke, mehr Komfort am Bahnhof und im Zug oder Bus sowie mehr Qualität in der Leistung machen die ÖBB Schritt für Schritt zum Verkehrsmittel der ersten Wahl.

Pünktlichkeit auf Top-Niveau

Eines der stärksten Argumente für mehr Kundenorientierung ist die Pünktlichkeit der Züge, die mit entsprechenden Maßnahmenprogrammen kontinuierlich gesteigert werden konnte. 2010 lag der Gesamtwert (Fern- und Nahverkehr) bei 94,2% fast 4% über dem Vorjahr. Mit 97,4% im ersten Quartal 2011 kratzen die ÖBB an den europäischen Top-Werten der Schweizer Bundesbahnen (Vergleichswert SBB im selben Zeitraum: 97,8%). Schmuckstück der Pünktlichkeitsbilanz: Die Wiener S-Bahn, mit 97,6% Pünktlichkeit 2010 und 98,7% in den ersten drei Monaten des heurigen Jahres.

Pressemeldung der Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB).


URL: Homepage der Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB).
Meldung vom 29.04.2011

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