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BLS Cargo: Operativer Erfolg durch Währungsverluste getrübt

BLS Cargo hat sich gut von der Wirtschaftskrise erholt und arbeitete operativ mit positiven Ergebnissen. Die Verkehrsleistung stieg um 13%, liegt aber nach wie vor unter dem Niveau vor der Wirtschaftskrise 2008/2009. Sorgen bereitet der schwache Euro, der zu Währungsverlusten und einem negativen Unternehmensergebnis führte.

Die internationale Wirtschaft hat sich gut von der Wirtschaftskrise der Jahre 2008/2009 erholt. Auch bei BLS Cargo zeugen gut ausgelastete Ressourcen sowie Neuverkehrsprojekte davon, dass der Nachfrageeinbruch überwunden ist. BLS Cargo steigerte im vergangenen Jahr die Verkehrsleistung um 13% auf 3362.3 Mio. Nettotonnenkilometer und baute den Marktanteil im Schweizer Transitverkehr auf 43% aus. Damit ist das Leistungsniveau vor dem Nachfrageeinbruch zwar noch nicht erreicht, es liegt aber deutlich über den ursprünglichen Planungen für 2010.

Verkehrsentwicklung der einzelnen Segmente

Die Verkehrsleistung in Nettotonnenkilometer stieg 2010 im kombinierten Verkehr um 10% und im Wagenladungsverkehr um 24%. Die Verkehrsleistung der Rollenden Autobahn bewegte sich auf dem hohen Vorjahresniveau. Im Berichtsjahr entwickelte BLS Cargo zusammen mit ihren Partnern für den Kunden RAlpin AG eine massgeschneiderte Transportlösung für die Weiterführung der Rollenden Autobahn in den Jahren 2012-2018. Das BAV bestätigte im Herbst 2010 die Aufrechterhaltung des Verkehrs und vergab den Auftrag an die RAlpin AG. Damit ist BLS Cargo auch in Zukunft für die Verkehre der Rollenden Autobahn verantwortlich und leistet einen grossen Beitrag für die Schweizer Verlagerungspolitik.

2010 behinderten diverse Baustellen auf dem Infrastrukturnetz (Schweiz, Italien, Deutschland) eine optimierte Produktion und erschwerten zum Teil die Effizienzbestrebungen in der Planung und Steuerung der Verkehre sowie beim Ressourceneinsatz erheblich. So lösten die Sanierungsarbeiten auf der Simplon-Südrampe einen grossen Mehraufwand in der Planung und Disposition der BLS Cargo Züge aus. Ein Teil der betroffenen Züge wurde temporär über die Gotthard-Achse umgeleitet. Aus diesem Grund wuchs der BLS Cargo-Verkehr über diese Achse überproportional um 28%, während auf der Lötschberg-Achse lediglich ein Wachstum von 2% erzielt wurde.

Die Aktivitäten von BLS Cargo haben sich im Berichtsjahr noch stärker auf die internationalen Transitverkehre fokussiert. Auslöser dafür war der Entscheid eines Kunden, den grössten BLS Cargo-Binnenverkehr an einen Wettbewerber zu vergeben. Durch den Abbau der BLS Cargo-Leistungen in diesem Verkehr wird damit die Liberalisierung im Schweizer Binnenverkehr massiv zurückgeworfen.

Positives Betriebsergebnis nach der Wirtschaftskrise

BLS Cargo weist nach dem konjunkturbedingten Rückschlag 2009 für das Jahr 2010 wieder ein positives operatives Betriebsergebnis EBIT (nach Abschreibungen, vor Zinsen) von 2.4 Mio. CHF (Vorjahr -5.1 Mio. CHF) aus. Der betriebliche Gesamtertrag stieg um 6.2% auf 171.7 Mio. CHF. Die positiven Resultate und die starke Ergebnisverbesserung zeigen, dass die während der Wirtschaftskrise eingeleiteten Massnahmen des Effizienzsteigerungsprogramms „Aufstieg 2011“ positiv wirken. Das Ziel des Projekts war, BLS Cargo bis ins Jahr 2011 wieder auf ein nachhaltig positives Unternehmensergebnis auszurichten, was seit 2010 mit jährlichen Effizienzsteigerungsgewinnen in Höhe von ca. 12 Mio. CHF erfolgreich umgesetzt wurde.

Schwacher Euro setzt BLS Cargo unter Druck

Trotz der erfreulichen Mengenentwicklung und des positiven EBIT steht BLS Cargo vor einer neuen schwerwiegenden Herausforderung: Die starke Aufwertung des Schweizer Frankens gegenüber dem Euro. BLS Cargo ist besonders stark von der Währungsentwicklung betroffen, da die Einnahmen vorwiegend in Euro abgerechnet werden, während der Aufwand in CHF anfällt. Aufgrund der Währungsentwicklung weist BLS Cargo per Ende 2010 trotz Verkehrswachstum und Effizienzsteigerung sowie positivem EBIT einen Unternehmensverlust von CHF -2.6 Mio. (Vorjahr -3.6 Mio. CHF) aus. Die Schienengüterverkehrsunternehmen können in dieser Situation kurzfristig nur über starke Preisanpassungen gegenüber dem Markt handeln. Neben einer Beeinträchtigung der Beziehungen mit den Kunden droht dadurch eine Verlagerung von Güterverkehr von der Schiene auf die Strasse.

Zusätzlich prüft BLS Cargo derzeit mehrere mittel- bis längerfristig wirkende Massnahmen mit dem Ziel, einen Teil des strukturellen Ungleichgewichts zwischen Euro-Einnahmen und Franken-Ausgaben zu minimieren.

Dank Einmaleffekten wie z.B. dem Verkauf von Schüttgutwagen und Entschädigungszahlungen aufgrund verspäteter ETCS-Auslieferung für die neuen Lokomotiven konnte der durch die Euroschwäche zu erwartende Jahresverlust 2010 deutlich begrenzt werden.

10 Jahre erfolgreiches Geschäftsmodell

BLS Cargo feiert im Jahr 2011 ihr 10-jähriges Bestehen. Am 3. April 2001 gründete die damalige BLS Lötschbergbahn AG die BLS Cargo AG, worauf im Juli 2001 der operative Start mit ersten Zügen unter eigener Regie im liberalisierten Markt folgte. 2002 beteiligten sich DB Schenker und die Ambrogio Gruppe als Aktionäre an der Gesellschaft. Die Entwicklung von BLS Cargo verlief in den vergangenen 10 Jahren rasant, mit jährlich zweistelligen Verkehrswachstumsraten sowie positiven Jahresergebnissen. Erfolgsfaktoren für die Erfolge der letzten 10 Jahre sieht BLS Cargo in der seit Jahren aufgebauten strategischen Positionierung im liberalisierten Markt und dem Fokus auf Ganzzugsverkehre auf Kernachsen
den gefestigten Partnerschaften mit Kunden und ausländischen Bahnen, allen voran in der Zusammenarbeit mit den Aktionären DB Schenker und IMT den grenzüberschreitenden Produktionskonzepten, welche insbesondere mit den neuen Mehrsystemlokomotiven Re 486 im Jahr 2010 und geplanten grenzüberschreitenden Lokführereinsätzen nach Italien 2011 weiter ausgebaut werden der schlanken Unternehmensstruktur und der hohen Anpassungsflexibilität im volatilen Güterverkehrsmarkt.

Ausblick 2011

Für 2011 rechnet BLS Cargo mit einer weiteren Steigerung der Transportnachfrage und hat sich auf diese erfreuliche Marktsituation ausgerichtet. Das Unternehmen wird jedoch 2011 sehr gefordert sein, mit der anhaltenden Euro-Schwäche umzugehen und die Wettbewerbsfähigkeit der BLS Cargo Leistungen zu sichern. Kapazitätsengpässe und baustellenbedingte Restriktionen auf den Schweizer Transitachsen und deren ausländischen Zulaufstrecken stellen ebenfalls eine grosse Herausforderung dar.

Zudem gefährden Unsicherheiten bezüglich der zukünftigen Höhe der Trassenpreise in der Schweiz die Schienengüterverkehrsunternehmen. BLS Cargo wird sich stark in die Diskussion um das für 2013 geplante neue Trassenpreissystem und die Verlagerungspolitik, die aus Sicht BLS Cargo am Scheideweg steht, eingeben. Bei der Neuausrichtung der Trassenpreise ist die heute bestehende nachrangige Priorität und die mindere Qualität der Güterverkehrstrassen zwingend zu berücksichtigen. Die derzeit einseitig auf die Finanzierungsfragen der Infrastruktur ausgerichteten Vorschläge für eine Erhöhung der Trassenpreise für alle Nutzer greifen unter den Gesichtspunkten der Verlagerungspolitik zu kurz.

Pressemeldung der BLS Cargo AG.


URL: Homepage BLS Cargo AG
Meldung vom 05.04.2011

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