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GDL: Bundesweit standen wieder 75 Prozent der Züge still - Aussperrungen bei Veolia

GDL: Bundesweit standen wieder 75 Prozent der Züge still - Aussperrungen bei Veolia © Bundesweit sind am ersten Streiktag der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) wieder rund 75 Prozent der Züge der bestreikten privaten Schienenpersonennahverkehrsunternehmen (SPNV) ausgefallen. Komplett stehen die Züge bei vectus still.Stark betroffen sind insbesondere die Albtal-Verkehrs-Gesellschaft mbH (AVG), die Mitteldeutsche Regiobahn, die Ostdeutsche Eisenbahngesellschaft, Veolia Verkehr Sachsen-Anhalt und metronom. Der zweitägige Arbeitskampf dauert noch bis zum 2. April 2011, 2 Uhr. „Wir freuen uns selbstverständlich über die nach wie vor hohe Streikbeteiligung unserer Mitglieder, denn nur mit ihrer Solidarität können wir die inhaltsgleichen Rahmenverträge für die Lokomotivführer auch im privaten SPNV durchsetzen“, so der GDL-Bundesvorsitzende Claus Weselsky:

Der französische Staatskonzern Veolia hat indessen angekündigt, die Lokomotivführer der Veolia Verkehr Sachsen-Anhalt, der Nord-Ostsee-Bahn, der Nord-West-Bahn, der Bayerischen Regiobahn und der Mitteldeutschen Regiobahn bis zum 4. April 2011 auszusperren. Es ist den Lokomotivführern somit verboten, in dieser Zeit im Unternehmen zu arbeiten. Obwohl die GDL nur zwei Tage zum Arbeitskampf aufgerufen hat, sollen die Lokomotivführer vier Tage keinen Lohn bekommen. „Das ist ein klarer Versuch, die GDL und ihre Lokomotivführer einzuschüchtern. Wir lassen unsere Mitglieder aber nicht im Regen stehen“, so der GDL-Bundesvorsitzende. Die GDL wird zunächst die Recht- und Verhältnismäßigkeit dieser Maßnahme gerichtlich prüfen lassen. Weselsky: „Wir halten die Aussperrung für völlig überzogen. Im Zweifelsfall werden wir unseren Mitgliedern aber für die gesamte Dauer der Aussperrung Streikgeld gewähren.“

Verhandlungen mit Keolis am 11. April
Die GDL hat Keolis vom Streik ausgenommen, da sie Verhandlungen über einen Rahmentarifvertrag für Lokomotivführer zugesagt hat. Die ersten Tarifverhandlungen sind nun für den 11. April 2011 angesetzt. „Dass Unternehmen den Rahmentarifvertrag ohne größeren Aufwand stemmen können, haben wir schon im privaten Schienengüterverkehr bewiesen. Wir konnten ihn ohne einen einzigen Streiktag abschließen. Nun setzen wir auf konstruktive Verhandlungen mit Keolis“, so Weselsky.

Am Ende steht immer ein Kompromiss
Und den anderen privaten SPNV-Unternehmen erklärt Weselsky: „Am Ende steht immer ein Kompromiss. Er wird durch Streiks nur teurer für die Unternehmen. Sie sollten stattdessen lieber schnell ein verhandlungsfähiges Angebot zum Rahmentarifvertrag vorlegen und den Tarifkonflikt nicht länger auf dem Rücken der Kunden aussitzen. Auch durch die Zahlung von 100 bis 150 Euro pro Schicht an Streikbrecher und durch Aussperrungen wird es den Unternehmen nicht gelingen, die gelebte Solidarität der Lokomotivführer zu unterlaufen“, so Weselsky.

Liste der bestreikten Unternehmen
Albtal-Verkehrs-Gesellschaft mbH (AVG)
AKN Eisenbahn AG
Abellio Rail NRW GmbH
Bayerische Regiobahn GmbH
Berchtesgadener Landbahn GmbH
cantus Verkehrsgesellschaft mbH
HLB Basis AG
HLB Hessenbahn GmbH
Hohenzollerische Landesbahn AG (HzL)
metronom Eisenbahngesellschaft mbH
Mitteldeutsche Regiobahn
Nord-Ostsee-Bahn GmbH (NOB)
Nord-West-Bahn GmbH
ODEG Ostdeutsche Eisenbahngesellschaft mbH
Osthannoversche Eisenbahnen AG (OHE)
Ostseeland Verkehr GmbH (OLA)
Prignitzer Eisenbahn, Betriebsteil NRW
vectus Verkehrsgesellschaft mbH
Veolia Verkehr Sachsen-Anhalt GmbH
Vogtlandbahn GmbH
Westfalenbahn GmbH

Pressemeldung der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer.

URL: Homepage der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer.
Meldung vom 31.03.2011

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