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Siemens gewinnt ersten Auftrag für neue Metroplattform – Warschau bestellt 35 Züge für 272 Mio. EUR

Siemens Inspiro für die Warschauer U-Bahn ©Siemens Die Warschauer U-Bahn GmbH (Metro Warszawskie Sp. z o.o.) hat ein Konsortium aus Siemens und dem polnischen Hersteller Newag mit der Lieferung von 35 sechsteiligen Metro-Zügen im Wert von 272 Mio. EUR beauftragt. Das ist der größte Auftrag, den Siemens jemals in Polen gewonnen hat. Dies ist zugleich die erste Order für komplette Fahrzeuge aus der neuen Metro-Generation „Inspiro“, die erst kürzlich auf der weltgrößten Bahnmesse InnoTrans vorgestellt wurde.

Die Züge, die für den Einsatz im Netz der Warschauer Metro vorgesehen sind, sollen ab Herbst 2012 geliefert werden. „Der Erfolg in Warschau unterstreicht unsere Ambitionen im wachstumsstarken Markt für U-Bahnen. Der Inspiro ist das Ergebnis unserer Anstrengungen, eine innovative und umweltschonende Metro-Lösung für steigende Fahrgastzahlen im städtischen Nahverkehr zu entwickeln“, sagte Hans-Jörg Grundmann, Chef der Mobility-Sparte von Siemens.

Warschau verfügt über eine etwa 23 Kilometer lange Metrolinie mit 21 Stationen. Zurzeit befindet sich der zentrale Abschnitt der neuen Linie 2 im Bau. Die neuen Züge sollen auf beiden Linien zum Einsatz kommen. Mit den jetzt bestellten 35 Zügen passt die Metro Warschau ihr Angebot den stetig gewachsenen Passagierzahlen an. Allein von 1998 bis 2008 hat sich die Zahl der Fahrgäste pro Jahr auf gut 126 Mio. verdreifacht. Der Kunde plant, 15 Züge auf der bestehenden und 20 Züge auf der neuen Strecke einzusetzen. Für den weiteren Ausbau der L2 sieht eine Option den Abruf von weiteren 17 Zügen dieses Typs innerhalb der nächsten drei Jahre vor. Der aktuelle Auftrag umfasst die Lieferung, die Inbetriebnahme, die Tests und die Zulassung der Fahrzeuge. Die ersten zehn Garnituren werden komplett im Werk Wien von Siemens Mobility gefertigt. Die Endmontage der verbleibenden Fahrzeuge erfolgt im polnischen Nowy Sacz durch das lokale Partnerunternehmen Newag.

Die 1,7 Millionen Einwohner zählende Metropole Warschau ist ein typisches Beispiel für schnell wachsende Städte in Osteuropa. Dort wird eine überdurchschnittliche Entwicklung des Metromarktes prognostiziert, da die bestehenden Flotten vor einer Modernisierung stehen. Für den weltweiten Metromarkt sieht der europäische Bahnindustrieverband Unife bis 2016 ein Wachstum von 4 Prozent pro Jahr bei einem Volumen von derzeit rund 5 Mrd. EUR für Fahrzeuge und weiteren gut 2 Mrd. EUR für Bahninfrastruktur. Dieses Wachstum wird vor allem durch die Bevölkerungszunahme in den Großstädten getrieben.

Die Metro von Siemens, die unter dem Namen „Inspiro“ vermarktet wird, erzielt durch konsequenten Einsatz von Leichtbautechnologie sowie durch moderne Antriebstechnik eine deutliche Absenkung des Energieverbrauchs. Bei der Wahl des Materials – sowohl des Wagenkastens als auch des Interieurs – hat Siemens großen Wert auf Wiederverwertbarkeit gelegt. Die Recycling-Quote beträgt über 95 Prozent. Die neue Metro-Generation ist Teil des Siemens-Umweltportfolios, mit dem das Unternehmen im Geschäftsjahr 2010 einen Umsatz von rund 28 Mrd. EUR erzielte. Das macht Siemens zum weltweit größten Anbieter von umweltfreundlicher Technologie. Kunden haben mit entsprechenden Produkten und Lösungen des Unternehmens im selben Zeitraum 270 Millionen Tonnen Kohlendioxid (CO2) eingespart, das ist so viel wie Hongkong, London, New York, Tokio, Delhi und Singapur in Summe an CO2 jährlich ausstoßen.

Nicht nur beim Umweltschutz, auch in puncto Betriebskosten setzt die neue Fahrzeuggeneration Maßstäbe. Die erhebliche Ausdehnung der Wartungsintervalle führt sowohl zu niedrigeren Wartungskosten als auch zu einer höheren Verfügbarkeit der Fahrzeuge, das heißt mit der gleichen Anzahl von Fahrzeugen kann eine größere Beförderungsleistung erbracht werden. Die flexible Anordnung der Sitzplätze sowie der optionale Einsatz von Fahrerassistenzsystemen und die Möglichkeit des fahrerlosen Betriebes gewährleisten für den Betreiber ein Höchstmaß an Beförderungskapazität. Die Züge erreichen eine Maximalgeschwindigkeit von 90 km/h. Das modulare Einzelwagenkonzept kann beliebige Konfigurationen mit variablem Motorisierungsgrad von einem zwei- bis zu einem achtteiligen Zug realisieren. Die Fahrgastwechselzeiten werden durch maximale Türbreiten und Beladungserkennungssysteme stark reduziert. Die Konstruktion des Innenraums ist auf maximalen Komfort ausgelegt, da dort unter anderem völlig auf Geräteschränke verzichten werden konnte.

Die neuen Fahrzeuge werden auch das Erscheinungsbild der Stadt Warschau nachhaltig verändern. Das in Kooperation mit Designworks USA, einer Tochterfirma der BMW Group, konzipierte Fahrzeugdesign setzt neue Akzente. Dank der Kombination des futuristischen Fahrzeugkopfes mit einer graphischen Gestaltung der Seitenwände symbolisiert der “Inspiro“ die Zukunftsorientierung des modernen Warschau. Das offene und helle Interieur unterstreicht den modernen Chic und die Attraktivität der Metro. Zusammen mit der durchgängigen Begehbarkeit des Zuges trägt das Innendesign in erheblichem Maße auch zum Sicherheitsempfinden der Fahrgäste bei.

Pressemeldung Siemens Mobility Division.


URL: Homepage Siemens Mobility Division
Meldung vom 02.02.2011

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