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GDL: G6 bringen Verhandlungen zum Scheitern – Streiks nicht länger auszuschließen

In der gestrigen sechsten Verhandlungsrunde widerriefen die G6 (Abellio GmbH, Arriva Deutschland GmbH, BeNEX GmbH, Keolis Deutschland GmbH & Co. KG, Veolia Verkehr GmbH und die Unternehmen der Hessischen Landesbahnen) in Berlin ihre Zusage, den Bundes-Rahmen-Lokomotivführertarifvertrag (BuRa-LfTV) mit der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) abzuschließen.
„Das ist ein Schlag ins Gesicht für alle Lokomotivführer, die in den vergangenen sechs Monaten geduldig darauf gehofft haben, dass das Lohndumping im deutschen Eisenbahnverkehr beendet wird, und dass der Wettbewerb im Eisenbahnverkehr künftig nicht mehr auf ihrem Rücken ausgetragen wird", so der GDL-Bundesvorsitzende Claus Weselsky.

Tarifverträge lieber mit schwachen Gewerkschaften

Die Strategie der Arbeitgeber ist klar erkennbar: „In trauter Einigkeit mit der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) tarifieren die G6 einen Branchen-Tarifvertrag, der auch für Lokomotivführer gelten soll. Erneut wird damit deutlich, dass die Machtspiele, wie bereits in den Jahren 2007/2008 erkennbar, auf dem Rücken der Lokomotivführer und zum Schaden der GDL geführt werden. Arbeitgeber, die Tarifverträge lieber mit schwachen Gewerkschaften abschließen, scheuen sich offensichtlich nicht, die GDL erneut herauszufordern. Sie nehmen dabei billigend in Kauf, dass Bahnkunden in Mitleidenschaft gezogen werden“, so Weselsky.

„Wer mit der EVG, die keine zehn Prozent der Lokomotivführer in Deutschland organisiert, einen Flächentarifvertrag abschließt, ignoriert die Realität. Allein die GDL ist aufgrund ihres Organisationsgrades legitimiert, Tarifverträge für Lokomotivführer abzuschließen. Wir sind nicht bereit, das Einkommensniveau von mehr als 90 Prozent aller Lokomotivführer abzusenken. Unsere Mitglieder würden dies nicht hinnehmen", so Weselsky weiter.

G6 widerrufen Verhandlungsergebnisse

Die GDL hat innerhalb der vergangenen sechs Monate bewiesen, dass sie mit ihrer Tarifmacht sorgfältig und verantwortungsbewusst umgeht. Sie hat nicht ständig mit Streiks gedroht oder wirkungslose Warnstreiks durchgeführt. Vielmehr hat sie in konstruktiven Verhandlungen akzeptable Zwischenergebnisse erzielt. Die GDL wollte auf dem Verhandlungswege den BuRa-LfTV abschließen. Dies wird durch die heute zutage getretene Blockadehaltung der Arbeitgeber zunichte gemacht. Die G6 widerriefen die schriftlich fixierten Verhandlungsergebnisse, in denen sie bisher klar ihre Bereitschaft zum Abschluss eines BuRa-LfTV dokumentiert haben.

Chance auf eine Verhandlungslösung zunichte gemacht

Der angebliche Abschluss eines Branchentarifvertrags auch für Lokomotivführer eine Provokation. Ein solcher Tarifvertrag ist nämlich nicht gültig für die rund 14 000 Lokomotivführer in den Schienenpersonennahverkehrsunternehmen, für die die GDL bisher die Tarifverträge abgeschlossen hat und auch weiterhin abschließen wird. Für die Lokomotivführer im Schienengüter- und Schienenpersonenfernverkehr existiert überhaupt keine Lösung. Auch für diese Lokomotivführer wird die GDL einen BuRa-LfTV abschließen, und damit alle rund 26 000 Lokomotivführer in Deutschland unter Schutz des BuRa-LfTV stellen. „Mit notorischem Personalmangel, mit Wettbewerb über die Löhne der Lokomotivführer, mit familienfeindlichen Arbeitsbedingungen, mit Kürzungen bei Ausbildung und Fortbildung sowie mit regelmäßiger Arbeitslosigkeit nach einem Betreiberwechsel muss Schluss sein. Die G6 haben heute die Chance auf eine Verhandlungslösung zunichte gemacht", machte der GDL-Bundesvorsitzende deutlich.

Am 3. Februar 2011 tagt die Bundestarifkommission der GDL und wird diese Provokation bewerten und die weiteren Schritte festlegen. 

Pressemeldung der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer.


URL: Homepage der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer
Meldung vom 21.01.2011

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