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Regionalzüge in Ostbayern werden ausgeschrieben

Die Bayerische Eisenbahngesellschaft (BEG), die den Schienenpersonennahverkehr (SPNV) im Auftrag des Freistaats plant, finanziert und kontrolliert, gibt heute den Startschuss für das Wettbewerbsprojekt ‚Regionalzüge Ostbayern’. „Wir wollen den Nahverkehr in der Oberpfalz und in Niederbayern noch attraktiver machen. Deshalb erweitern wir das Fahrplanangebot um rund 20 Prozent“, erklärt Bayerns Verkehrsminister Martin Zeil.

Die Ausschreibung umfasst die Regionalbahnen der Teilnetze Waldbahn im Raum Deggendorf / Zwiesel, Naabtalbahn entlang der Achse Regensburg – Marktredwitz – Schirnding und Oberpfalzbahn im Raum Cham. „Von den Mehrleistungen profitieren besonders die Fahrgäste nach Regensburg und zwischen Deggendorf und Plattling“, betont Zeil. „Aber auch im ländlichen Raum Ostbayerns sorgen wir mit der Neuvergabe ab Ende 2013 für einen leistungsfähigen Bahnverkehr und können das Angebot entsprechend der steigenden Nachfrage ausbauen.“

Folgende Linien sind von der Ausschreibung betroffen:

Teilnetz Waldbahn (Vertragslaufzeit: Ende 2013 – Ende 2023):

Teilnetz Naabtalbahn (Vertragslaufzeit: Ende 2014 – Ende 2023):

Teilnetz Oberpfalzbahn (Vertragslaufzeit: Ende 2014 – Ende 2023):

Auf diesen Strecken sollen die Züge des künftigen Betreibers insgesamt bis zu rund fünf Millionen Kilometer pro Jahr zurücklegen.

Waldbahn: Halbstündliches Angebot Deggendorf – Plattling

Bereits heute profitieren die Fahrgäste der Waldbahn außer auf der Strecke Zwiesel – Grafenau von einem stündlichen Taktverkehr. Zeil: „Besonders im nachfragestarken Abschnitt Deggendorf – Plattling werden wir ab Ende 2013 das Angebot zu einem Halbstunden-Rhythmus von montags bis freitags in den Hauptverkehrszeiten verdichten. Damit haben Fahrgäste in Plattling zusätzliche Anschlüsse in Richtung München und Regensburg.“ Falls die DB Netz, als Bundesunternehmen zuständig für die Infrastruktur, die Strecke Zwiesel – Grafenau ausbaut, will der Freistaat zudem das Angebot auf dieser Strecke auf einen täglichen Stundentakt verdichten. Durch eine besserte Verknüpfung zu den Igel-Bussen in Spiegelau wird dann der gesamte Nationalpark Bayerischer Wald optimal erreichbar und die Tourismusregion Ostbayern noch attraktiver. Hierzu muss die DB Netz insbesondere Bahnübergänge technisch sichern oder auflassen, wozu die Mitwirkung der Kommunen erforderlich ist.

Naabtalbahn: Halbstündliches Angebot Regensburg – Schwandorf

Mit der Betriebsaufnahme auf den beiden Oberpfälzer Teilnetzen Ende 2014 wird insbesondere das Angebot zwischen Regensburg und Schwandorf erheblich ausgebaut. Auf dieser Strecke verzeichnet die BEG seit Jahren überproportionale Zuwächse: von 3 300 Fahrgästen im Jahr 2003 auf inzwischen rund 6 400 Fahrgäste pro Werktag. Die Ausschreibung sieht nun täglich einen ganztägigen durchgehenden Stundentakt von Regensburg bis Weiden und werktags von Weiden bis Marktredwitz mit Halt an allen Stationen vor. Die Regionalzüge sollen um etwa 30 Minuten versetzt zu den weiterhin verkehrenden Neigetechnik-Expresszügen Regensburg – Weiden – Hof beziehungsweise Regensburg – Amberg – Nürnberg und zum ‚alex’ München – Regensburg – Hof/Prag verkehren. „In Summe ergibt sich für den Abschnitt Regensburg – Schwandorf damit erstmals ganztägig ein Halbstunden-Rhythmus mit neuen Anschlüssen in Regensburg zum Beispiel in Richtung Straubing / Plattling / Passau“, erklärt Minister Zeil.

Fahrgäste aus dem Naab- und Waldnaabtal nördlich von Schwandorf profitieren von neuen stündlichen statt bislang zweistündlichen Direktverbindungen nach Regensburg und zusätzlichen Zügen in der Hauptverkehrszeit und am Abend. Am Wochenende werden die Regionalzughalte im Abschnitt Regensburg – Weiden stündlich, im Abschnitt Weiden – Marktredwitz zweistündlich bedient. Auch sollen die Reisezeiten durch kürzere Haltezeiten in den Knotenbahnhöfen Weiden und Schwandorf beschleunigt werden. Von Schwarzenfeld, Nabburg und Wernberg nach Regensburg werden Fahrgäste beispielsweise künftig zehn Minuten, von Windischeschenbach und Altenstadt nach Schwandorf etwa sieben Minuten schneller unterwegs sein.

Oberpfalzbahn

Zwischen Furth im Wald und Schwandorf ist die Schließung einiger Taktlücken vorgesehen. Falls die DB Netz die Strecke Cham – Bad Kötzting ausbaut, will der Freistaat das Angebot auf der Gesamtstrecke Cham – Bad Kötzting – Lam auf einen täglichen Stundentakt verdichten. Hierzu muss die DB Netz ebenfalls Bahnübergänge technisch sichern oder auflassen, wozu auch hier die Mitwirkung der Kommunen erforderlich ist.

Außerdem müssen die Bieter ein nochmals erweitertes Betriebsprogramm anbieten, das der Freistaat optional annehmen kann. Über die Annahme dieser sogenannten Eventualposition wird erst nach Vorliegen der Angebote anhand der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen entschieden.

An den Grenzübergängen Schirnding, Furth im Wald und Bayerisch Eisenstein soll es in Zusammenarbeit mit Tschechien zweistündliche umsteigefreie Verbindungen nach Eger / Cheb, Taus / Domažlice und Klattau / Klatovy geben. Diese Linienverlängerungen sind nicht Gegenstand der Ausschreibung, sondern werden im Anschluss an die Vergabe in Bayern mit den tschechischen Stellen geregelt.

Gotteszell – Viechtach

Die Strecke Gotteszell – Viechtach ist zunächst nicht Bestandteil der Ausschreibung. Mangels belastbarer technischer und wirtschaftlicher Daten zur Infrastruktur liegt derzeit keine Ausschreibungsreife für diese Strecke vor. Die Reaktivierung wird hierdurch aber nicht ausgeschlossen, sofern die potenziellen Fahrgastzahlen eine Wiederbelebung der Strecke rechtfertigen. Durch Regelungen im Verkehrsdurchführungsvertrag wird sichergestellt, dass die BEG im Falle einer Reaktivierung die Verkehrsleistung im Wege eines Anschlussauftrags an den künftigen Betreiber vergeben kann.

Fahrzeuge, Service und Tarif

„Bei Service, Tarif und Kaufmöglichkeiten von Fahrscheinen sichern wir ein hohes Niveau. Alle Züge sind mit mindestens einem Zugbegleiter zu besetzen“, unterstreicht Zeil. Neben Neufahrzeugen sind auch moderne, niederflurige Gebrauchtfahrzeuge zugelassen, die mit Mehrzweckbereich und Fahrgastinformationssystem ausgerüstet sein müssen. Das Fahrscheinangebot soll um eine übertragbare Monatskarte ergänzt werden, die an Werktagen erst ab 9 Uhr gilt und damit deutlich günstiger als die normale Monatskarte sein wird. Zusätzlich fordert die BEG im Teilnetz Waldbahn weiterhin die Gültigkeit des Bayerwald-Tickets und des Bayerwald-Tickets plus. Für Gelegenheitsfahrer wird ein Pauschalangebot zum halben Normalfahrpreis für Reisen bis 50 Kilometer gefordert. Neben dem Verkauf im Zug aus Fahrausweisautomaten oder beim Zugbegleiter verlangt der Freistaat auch eine Reihe von personenbedienten Verkaufsstellen. Außerdem verpflichtet sich der künftige Betreiber, am Qualitätsmesssystem der Bayerischen Eisenbahngesellschaft teilzunehmen. Damit prüft die BEG Sauberkeit, Funktionsfähigkeit der Ausstattung, Fahrgastinformationen im Zug, Servicequalität und Kundenfreundlichkeit. Auch gelten hohe Anforderungen hinsichtlich Pünktlichkeit und Anschlusssicherung. Werden Anforderungen im laufenden Betrieb nicht erfüllt, erhebt die BEG Strafzahlungen.

Ablauf des Verfahrens

Das Vergabeverfahren führt die Bayerische Eisenbahngesellschaft durch. Die Ausschreibung wurde am 2.12.2010 im Supplement zum Amtsblatt der Europäischen Union veröffentlicht. Die Verdingungsunterlagen können über das SOL-System (Ausschreibungsdatenbank des Bayerischen Staatsanzeigers) oder gegen einen Kostenbeitrag von 500 Euro bei der BEG, Boschetsrieder Straße 69, 81379 München, bis zum 17.01.2011 angefordert werden. Schlusstermin für den Eingang der Angebote ist der 16.05.2011. Die Bindefrist endet am 21.09.2011.

Pressemeldung der Bayerischen Eisenbahngesellschaft mbH (BEG).


URL: Homepage Bayerische Eisenbahngesellschaft mbH (BEG)
Meldung vom 02.12.2010

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