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VDB: "Investitionen in europäischen Leit- und Sicherungsstandard ETCS auf der Schiene sind alternativlos"

Der Verband der Bahnindustrie in Deutschland (VDB) weist mit Nachdruck die Aussage des Netzbeirats der DB Netz AG zurück, die Investitionen in den gesamteuropäischen Leit- und Sicherungsstandard ETCS/ERTMS sollten gestoppt werden. Das Gremium hatte auf seiner letzten Sitzung in der vergangenen Woche die Bundesregierung, das Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung sowie die DB Netz AG dazu aufgefordert. Spitzenvertreter des VDB bezeichneten die Forderung als „unverständlich und überzogen“.

„Die ETCS-Technologie zur Harmonisierung des grenzüberschreitenden Verkehrs in Europa ist technisch ausgereift, bezahlbar und alternativlos zur Gestaltung eines einheitlichen europäischen Eisenbahnraums“, erklärt VDB-Hauptgeschäftsführer Ronald Pörner. „Wer die zum Greifen nahe Vision eines Schengen auf der Schiene Wirklichkeit werden lassen will, kann auf den harmonisierenden technischen Standard nicht verzichten. Nur so kann der umwelt- und klimafreundlichste motorisierte Verkehrsträger im Wettbewerb gestärkt werden und die wachsenden Güterverkehrsströme des Zukunft bewältigt werden.“

Der Netzbeirat hatte bei seiner Ablehnung von ETCS unter anderem damit argumentiert, das System sei derzeit national zersplittert. Aus Industriesicht ist es zwar korrekt, dass aufgrund einer frühzeitigen Installation heute noch verschiedene ETCS-Versionen in unterschiedlichen Staaten in Betrieb sind. Eine Initiative der Europäischen Kommission sieht aber seit Ende 2007 vor, alle nationalen ETCS-Systeme auf den interoperablen Standard SRS 2.3.0d aufzurüsten. Die ETCS-Strecken- und Fahrzeugeinrichtungen für diesen stabilen Standard werden von der Industrie bereits geliefert.

Eine weitere Behauptung des Netzbeirats bezog sich auf die Investitionen für ETCS pro Lokomotive. Diese sollten sich in einer Größenordnung von 500.000 Euro bewegen. Dagegen liegen die durch jüngste Ausschreibungen bekannt gewordenen Preise wesentlich darunter.
Weiter nahm der Netzbeirat zur Ablehnung von ETCS daran Anstoß, dass die Finanzierung des deutschen Teils des Güterverkehrskorridors Rotterdam-Genua nicht gesichert sei. Der VDB erinnert in diesem Zusammenhang daran, dass die Bundesregierung in mehreren internationalen Vereinbarungen mit den Nachbarstaaten die Ausschreibung dieses Schienenverkehrskorridors zugesichert hat. Der VDB geht davon aus, dass die Regierung die Verträge erfüllt. Die Schweiz will ihren Streckenabschnitt fristgemäß bis 2015 mit ETCS ausgerüstet haben. Die Niederlande haben die Betuwe-Linie bereits fast vollständig mit ETCS ausgerüstet. Die Anpassung an den Standard SRS 2.3.0d sowie die Schließung der noch vorhandenen Lücken ist bis 2015 geplant. Italien hat zugesichert, seine Verpflichtungen ebenfalls erfüllen zu wollen.

Nach jüngsten Beschlüssen wird der Korridor Rotterdam-Genua für die Eisenbahnverkehrsunternehmen noch attraktiver, da die Strecke Köln-Aachen-Antwerpen mit ETCS angeschlossen werden soll.

Weltweit befinden sich nach Angaben von ERTMS.com ETCS-Linien mit einer Länge von rund 36.000 km im Bau, davon sind 6.000 km bereits in Betrieb. Das ist Beweis genug dafür, dass das System wirtschaftlich und wettbewerbsfähig ist. Deutschland könne sich, so der VDB, als führende Exportnation – auch für Bahntechnik – dieser neuen Entwicklung und dem Ausbau des europäischen Güterverkehrsnetzes nicht verschließen.

Pressemeldung des Verbandes der Bahnindustrie in Deutschland (VDB) e.V..


URL: Homepage Verband der Bahnindustrie (VDB) e.V.
Meldung vom 26.10.2010

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