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DBV: DB erhöht Tarife um weit mehr als durchschnittlich 3,9 Prozent

Die Bahn gab heute auf ihrer Telefon-Pressekonferenz eine durchschnittliche Fahrpreiserhöhung um 3,9 Prozent bekannt. Zusätzlich werden alle Kunden, die ihre Fahrkarte in einem Reisezentrum oder einer Agentur kaufen, mit einem Zuschlag von 2,50 Euro belastet. Entlastet werden Kunden, die über eine inheitliche Servicenummer nun wieder zum günstigen Preis von 14ct pro Minute Fahrkarten bestellen und Sitzplätze reservieren können.

Dieses veränderte Tarifsystem bedeutet für den Bahnkunden vor allem zweierlei: die Fahrpreiserhöhung liegt deutlich über der offiziell verkündeten von 3,9 Prozent. Bei einem Ticket von Leipzig nach Berlin, welches im Moment 40 Euro kostet, wäre der Preis bei Kauf an einem Schalter nunmehr 44 Euro (3,9 Prozent Preissteigerung + 2,50 Euro Zuschlag), was einer Erhöhung um beachtliche 10 Prozent entspricht. Bei einem Ticket im Regionalverkehr, zum Beispiel von Leipzig nach Riesa im Regionalexpress für 10,90 Euro, käme das Ticket voraussichtlich auf 13,80 Euro, was einer Verteuerung von zirka 27 Prozent entspricht.

Verlierer des neuen Tarifsystems sind somit vor allem Menschen, die nur sporadisch Bahn fahren, mit dem System Bahn unerfahrene Fahrgäste, tendenziell eher die älteren Kunden und somit alle, für die der Fahrkartenautomat, das Internet oder das Telefon nicht für den Kauf einer Fahrkarte in Frage kommt.

Verlierer sind auch die Agenturen, die für die DB vor allem in ländlichen Gebieten viele Fahrkarten für Kurzstrecken verkaufen, die sich durch den Zuschlag erheblich verteuern und damit vermutlich viele Kunden kosten werden. Wie sich dies auf die Existenz der Agenturen in der Fläche auswirkt, muss sich zeigen. Gleichwohl hält der DBV diese strategische Entscheidung, sich aus dem Beratungsverkauf zurückzuziehen, der von vielen Fahrgästen favorisiert wird, für falsch.
Einen Vorteil genießen die Bahnkunden, die über das Telefon bestellen. Für die Bahn dürften sich die Servicekosten damit spürbar verringern, was natürlich einer Verschlechterung des Services gleichkommt, der durch die Verbilligung am Servicetelefon nicht ausgeglichen wird. Der direkte Kontakt zum Kunden wird mit diesem System weiter verringert, die Kommunikation verstärkt über moderne, unpersönliche und für viele als Hemmschwelle empfundene moderne Medien geführt.

„Der DBV hält die Fahrpreiserhöhungen um durchschnittlich 3,9 Prozent für tragbar, berücksichtigt man die stark gestiegenen Energiekosten. Die Preiserhöhung durch den Zuschlag am Schalter hält der DBV dagegen für schädlich und kontraproduktiv, da es viele Kunden als versteckte Preiserhöhung wahrnehmen werden und eine Fahrpreiserhöhung im zweistelligen Prozentbereich vielfach nicht akzeptiert werden dürfte“, so DBV-Vorstand für Tarife, Andreas Franzke. „Den Trend, durch die Verteuerung des Individualverkehrs mehr Kunden zu gewinnen, macht die Bahn damit wieder zunichte. Über diese Neukunden allein könnte sie schon Mehreinnahmen erzielen, die moderatere Fahrpreiserhöhungen möglich machen sollten.“

Darüber hinaus bleibt die Frage, worauf bei den hohen Kostensteigerungen der stark gestiegene Überschuss von über einer Milliarde zurückzuführen ist.

Pressemeldung des Deutschen Bahnkundenverbandes e. V. .


URL: Homepage Deutscher Bahnkundenverband e. V.
Meldung vom 29.08.2008

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