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DBV sieht stetige Verschlechterung für den Bahnkunden im Zuge des DB-Börsengangs

Die Zeichen für den Bahnkunden stehen schlecht. Steigende Preise und ein Ausdünnen der Fernverkehrsverbindungen gehen zu seinen Lasten, die Daseinsvorsorge wird zunehmend ausgehöhlt, der Bund akzeptiert dies und die Länder - also der Steuerzahler - zahlen die Zeche.

„Die meisten Oberzentren, zumindest im Osten, sind bereits vom Fernverkehr abgeschnitten und die Tendenz ist seit langem klar: schnelle Fernverkehrsverbindungen möglichst ohne Halt sind die Cash-Bringer der Bahn, zumal bei stetig steigenden Fahrpreisen. IC-Verbindungen und schlecht genutzte ICE-Strecken sollen weiter in den Regionalverkehr überführt werden, der ebenfalls ein Umsatzbringer ist, da ihn ja der Steuerzahler bezahlt", so Gerhard J. Curth, Präsident des Deutschen Bahnkunden-Verbandes (DBV). „Der DBV hofft deshalb, dass die Länder ihren Einfluss bei der Gesetzgebung konsequent ausnutzen, da sie neben den Fahrgastverbänden die letzten Fürsprecher der Bahnkunden sind."

18 Jahre Kampf um Verbesserungen für die Bahnkunden

Der Kampf gegen die Ausdünnung des Fernverkehrs ist nur ein Beispiel für die Arbeit des DBV. 1990 gegründet aus dem Berliner Schienenverkehrsverband hat der DBV bis heute zwei fundamentale Ziele: die Interessen der Fahrgäste der Bahn - sowohl im Personen- als auch im Güterverkehr - zu vertreten und durchzusetzen als auch den Raubbau an der Bahninfrastruktur zumindest im Osten - im Westen geschah dieser schon in den 70er und 80er Jahren - abzumildern.
„Streckenstilllegungen der Bahn versuchen wir seit gut 15 Jahren durch das vom DBV gegründete Unternehmen DRE zu begrenzen, welches den Zweck verfolgt, von der Bahn abgestoßene Strecken rentabel weiterzubetreiben", so Curth.
Hierbei kann die DRE auf bislang zirka 800 Kilometer Strecken in Besitz verweisen, die durch bestellten Verkehr, Sonderverkehre und Güterverkehr Schritt für Schritt entwickelt werden.
Die Interessen des Fahrgastes vertritt der DBV im Unterschied zu anderen Fahrgastverbänden nicht durch leicht verkäufliche polemische Forderungen oder populistische Meinungen. „Wir wollen vor allem Verbesserungen erreichen, die wir durch die langjährigen Verbindungen zur DB und zur Politik in vielen Gesprächen erreichen, die jedoch nicht immer publik werden."
In diesem Lichte ist auch die Tätigkeit des Präsidenten als Sachverständiger bei Bundestagsanhörungen und als Berater bei vielen Landesministerien und Behörden zu sehen. So erreichte der DBV die Fortführung der Heidebahn in der Dübener Heide durch ein neues, kombiniertes Bahn-/Busmodell. Ähnliche Konzepte werden in Brandenburg und Thüringen erörtert. Als erster stellte der DBV auch die staatliche Finanzierung nichtstaatlicher Eisenbahninfrastruktur in den Raum, die seither von der gesamten Branche heiß diskutiert wird.

Streckenerhalt und Betriebssicherheit wird durch steigende Kriminalität erschwert

Die Arbeit der DRE wird in zunehmendem Maße auch durch Schienen- und Kabelklau erschwert, wie jüngst auf der Altmarkbahn zwischen Salzwedel und Geestgottberg geschehen.
Davon ist auch die DB erheblich betroffen: Verspätungen und Zugausfälle durch geklaute Kupferkabel und damit verbunden gestörter Sicherungstechnik sind die Folge. Der Diebstahl stellt somit neben dem finanziellen Schaden, der weit größer ist als der Verwertungserlös der Schrottdiebe, auch ein Risiko für die Fahrsicherheit dar.

Interesse vieler Bürger an der Bahn ungebrochen - steigendes Interesse vieler Unternehmer

So komplex und vielseitig der Kampf um die Rechte der Fahrgäste ist, so lohnenswert ist er bei Betracht des Interesses, welches der Bahn als Verkehrssystem entgegengebracht wird und welcher steigende Stellenwert dieses Verkehrssystem aus ökologischer, aber auch aus unternehmerischer wie auch volkswirtschaftlicher Sicht hat. Das Interesse der Bürger zeigt sich unter anderem an den Teilnehmerzahlen der jährlichen Veranstaltungsreihe „Deutsche Schienenverkehrs-Wochen", die sich in diesem Jahr zum 25. Mal jähren. 2007 verfolgten die über 50 Veranstaltungen mehr als 14000 Bahninteressierte bundesweit. Dabei zeigten sich nicht nur Sonderfahrten mit Dampfzügen, Eisenbahnmuseen oder Bahnhofsfeste als Publikumsmagneten, sondern ebenso Diskussionsforen und Vorträge, wie denn die Bahn die Mobilität der Bürger weiterhin gewährleisten kann, und zwar ganz konkret auf der Strecke nebenan.

„Besonders freut uns, dass bedingt durch die Situation steigender Spritpreise und der Erhöhung der Lkw-Maut viele Unternehmen die wirtschaftlichen Chancen der Schiene erkennen und diese auch konkret nutzen, wie das Beispiel der Zuckerbahn zwischen Blumenberg und Klein Wanzleben zum Nordzucker-Werk oder auch die Belieferung eines Unternehmens in Franken mit Walzdraht zeigt", so Curth.

Ausblick für den Bahnkunden

Der DBV hat in der Verbandsarbeit der vergangenen Jahre klare Strategien und Möglichkeiten aufgezeigt, Strecken zu erhalten und wirtschaftliche Nutzungskonzepte zu erstellen. Nun geht es darum, diese in der Praxis erprobten Konzepte durch die Unterstützung des Bundes und der Länder flächendeckend umzusetzen, wo sich die Voraussetzungen dafür bieten.

Beispielhaft kann hier die Unterstützung des Landes Sachsen-Anhalt sowohl im Personennahverkehr als auch im Güterverkehr angeführt werden. Gemeinsam mit den politischen Institutionen, der verladenden Wirtschaft und gesellschaftlicher Kräfte kann so der Trend gegen die Interessen der Bahnkunden umgekehrt werden und der Wandel des Unternehmens Bahn zu einem rein nach Kapitalmarktinteressen agierenden Konzern verhindert werden. In diesem Sinne wird sich der DBV weiterhin als Fürsprecher der Fahrgäste und der verladenden Wirtschaft einbringen.

Pressemeldung des Deutschen Bahnkundenverband e. V..


URL: Homepage Deutscher Bahnkundenverband e. V..
Meldung vom 29.08.2008

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